„Hessische Kinder-Uni“

Klimawandel im Kugelglas

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Mit ganz einfachen Hilfsmitteln gingen die Schüler Phänomenen wie der Überfischung der Ozeane oder der Entstehung von Treibhausgasen nach.

Ober-Roden - Die „Hessische Kinder-Uni“ hat an der Nell-Breuning-Schule Station gemacht und Sechst- und Siebtklässlern Ursachen und Folgen des Klimawandels veranschaulicht. Seit drei Jahren tourt die „Kinder-Uni“ dank zahlreicher Sponsoren durch unser Bundesland.

Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie organisiert die Vortragsreihe zu einem der brennenden Themen des neuen Jahrtausends. Stefan Rötzel, Mitarbeiter im Zentrum für Umweltsystemforschung der Universität Kassel, hat die Veranstaltung entwickelt und auf der Bühne der NBS locker präsentiert. Das Konzept veranschaulicht die Zusammenhänge, die zur globalen Erwärmung führen, und erläutert die Auswirkungen auf die Ökosysteme, Menschen und Tiere. Sein natürlich nicht ganz neues Fazit: Die Menschen weltweit müssen die rasante Entwicklung des Klimawandels vermindern und sich auf die möglicherweise drastischen Veränderungen einstellen.

Aufmerksam verfolgten die Mittelstufen-Schüler auf der Videowand die Bilder vom abgeholzten Regenwald. „Was ist hier blöd gelaufen?“ Jugendgerecht formulierte Fragen und der von Stefan Rötzel ausgegebene Grundsatz „Wir sind alle cool, keiner sagt hier etwas Falsches“ ließen die Finger in die Höhe gehen. Mit Stichworten wie Brandrodung, fehlende Nachpflanzung oder Übernutzung kam viel Wissen vom jungen Publikum zurück. „Eigentlich hatten wir das auch alles schon, und das natürlich intensiver als es jetzt hier dargestellt werden kann“, berichtete Stefan Mohr, Klassenlehrer der 7b, und freute sich über das Grundwissen seiner Schüler. Er bedauerte aber, dass der Vortrag nicht mehr in die Tiefe ging.

Eine Reise um die Welt

Unter dem Motto „Reise um die Welt“ demonstrierte Rötzel anschaulich, aber natürlich auch extrem vereinfacht den Schülern praktische Beispiele für Überfischung und Aquakulturen. Eine Glaskugel und verschieden starke Schläuche oder Backpulver, Essig und sich wie von Geisterhand ausdehnenden Ballons dienten als Hilfsmittel. Rund 1.200 dieser Ballons an Sauerstoff verbraucht ein Erwachsener pro Tag - solche Beispiele machten nachhaltigen Eindruck auf die Schüler.

In seiner Gesamtheit brachte der Vortrag wohl wenige neue Fakten. Aber vielleicht waren es zwei englische Worte, die bei den Schülern hängen blieben. „Everything matters!“ – alles, was wir tun, hat Auswirkungen, auf unsere Umwelt, unsere Zukunft und damit auch unmittelbar auf uns. „Was müssen wir jetzt machen, um das Klima besser in den Griff zu bekommen?“ Nicht nur das oft nur symbolische Bäumepflanzen, sondern vor allem eine zukunftsweisende Klimapolitik sind hier gefragt – ein guter Anknüpfungspunkt für den Moderator, nachdem sich die Welt-Klimakonferenz in Doha wieder einmal vertagt hatte und schließlich nur allerkleinste Schritte statt großer Visionen verabschiedete.

chz

Quelle: op-online.de

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