Hilfe für alle und im Verborgenen

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Der Förderverein der Nell-Breuning-Schule ist Träger der Schulbücherei. Bibliothekarin Dorothea Santner (rechts) leitet das Projekt, von dem alle Schüler profitieren. Durch seinen Sozialfonds wirkt der Förderverein dagegen im Hintergrund für jene Jugendlichen, in deren Familien das Geld knapp ist.

Rödermark ‐ Klassenfahrten und internationale Austauschprogramme sind nahezu unerschwinglicher Luxus, die berühmte Bücherliste zu Beginn des Schuljahres zwingt zum Sparen an anderen Ecken. Von Michael Löw

Für gemeinsame Theaterbesuche muss jeder Euro zweimal umgedreht werden: Auch in Rödermark - laut Statistik 20 Prozent wohlhabender als der Bundesdurchschnitt - ist Schule für etliche Familien teuer und für einige zu teuer.  Angelika Fuchs, die Vorsitzende des Fördervereins der Nell-Breuning-Schule (NBS), schätzt, dass zwei bis drei Schüler pro Klasse in Familien leben, in denen das Geld knapp ist. Auf die Schule hochgerechnet brauchen mindestens 70 Jugendliche Unterstützung, wenn Extras finanziert werden müssen. „Wir geben bei Ausflügen und Klassenfahrten oder beim Mittagessen im Schulbistro Zuschüsse“, zählt Angelika Fuchs die wichtigsten Hilfen auf. Hier mal 100 Euro für die Teilnahme am Frankreich-Austausch, dort mal 100 Euro für den Besuch des Demokratietags in Arnoldshain - mit bescheidenen Beträgen kann der Förderverein schon viel erreichen.

Diese unbürokratische Hilfe ist längst nicht überall an Rödermarks größter Schule bekannt. „Eltern und Schüler müssen halt zu uns kommen. Nur wenn wir von Engpässen wissen, können wir auch Geld geben“, deutet Angelika Fuchs an, dass der Förderverein noch den ein oder anderen Euro übrig hat. Eltern und Schüler können sich über den Klassenlehrer oder donnerstags von 9 bis 12 Uhr in der NBS-Bibliothek (z 06074 8862-25) an den Verein wenden - Diskretion ist garantiert.

20 Mütter ehrenamtlich im Einsatz

Wird die individuelle Unterstützung nicht abgerufen, investiert der Förderverein das Geld so, dass ganze Klassen oder Jahrgänge davon profitieren. Mit 400 Euro Zuschuss drückte er den Eintritt für ein Theaterprojekt zur Gewaltprävention auf vertretbare 3,50 Euro pro Nase. Allen Jugendlichen an der NBS kommt die Arbeit zu Gute, die der 420 Mitglieder starke Förderverein in der Schulbücherei leistet. Die Bibliothekarin Dorothea Santner managt den ehrenamtlichen Einsatz von 20 Müttern. Dadurch ist die Bücherei montags bis donnerstags von 8.45 bis mindestens 14 Uhr und freitags bis 13 Uhr offen.

In den Regalen stehen 10 970 Nachschlagewerke, Jugendbücher, Comics und andere Medien - 1 600 Exemplare mehr als zum Beispiel in der Urberacher Filiale der Stadtbücherei. Knapp 2 900 davon wurden voriges Jahr ausgeliehen. Lexika dürfen allerdings nur in der Bibliothek benutzt werden, sonst wäre die Zahl weit höher, berichtet Dorothea Santner. Die Computer wurden in den vergangenen zwölf Monaten fast 1 500 mal hochgefahren. Schüler recherchierten für Hausaufgaben und Referate oder bereiteten sich auf ihre Haupt- und Realschul-Abschlussprüfungen oder aufs Abi vor. „Viele Schüler kommen hauptsächlich wegen der Computer“, hat Dorothea Santner den gleichen Trend festgestellt wie ihre Kollegin Brigitte Stenske vom Bücherturm.

Mit Iris Kaufmann unterstützt eine zweite Bibliothekarin Dorothea Santner bei der Leitung. Allerdings will Iris Kaufmann im Sommer aufhören. Der Förderverein sucht deshalb eine qualifizierte Ersatzfrau.

Quelle: op-online.de

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