Hilfe hat bei den Lions Tradition

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Sieben Lions sind seit dem Gründungstag vor 25 Jahren bereits dabei und auch heute noch aktiv: Hans-Jürgen Beyer, Klaus Haase, Jochen Junker, Heinz Katzameyer, Werner Laudenberger, Dr. Hans Rost und Alfred Wombacher (der auf dem Foto von der Jubiläumsfeier in der Kelterscheune leider fehlt). Ihre langjährige Zugehörigkeit ist Ausdruck für eine weitere wichtige Komponente des Lions-Gedankens, die nicht vergessen werden darf: Der Lions Club ist auch ein Club von Freunden.

Rödermark / Rodgau - Sobald soziale Projekte der Unterstützung bedürfen, öffnet der Lions Club Rodgau-Rödermark seine Spendenkasse. Dieses Engagement hat bei den Lions Tradition. Die Gemeinschaft feiert 2011 ihr 25-jähriges Bestehen. Von Bernhard Pelka

Erst gestern ließen die Lions ihren Grundsätzen (der Gemeinschaft dienen, Bedürftigen helfen, Gemeinsinn fördern, die Umwelt schützen und Freundschaften zu anderen Ländern pflegen) wieder Taten folgen. Die Wilhelm-Busch-Schule (WBS) in Rodgau-Jügesheim erhielt als Spende ein spezielles Trainingsgerät für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche.

Dieses Manko hat seine Ursache häufig in Hörproblemen. Genauer: Die Kinder können das Gehörte nicht angemessen verarbeiten. Sie verwechseln ähnlich klingende Laute, hören in bestimmten Frequenzen nicht oder unvollständig oder haben Schwierigkeiten, die für sie wichtigen Signale von weniger wichtigen zu trennen. Oft leiden die Betroffenen unter einer großen Lautstärkeempfindlichkeit und zeigen ein vermindertes Sprachverständnis bei normalem Klassenlärm.

Dank der Lionsspende verfügt die WBS nun über einen elektronischen Hörwahrnehmungstrainer. Er dient der Konzentrationsförderung und der Förderung der Hör- und Sprachverarbeitung. Auch bei Kindern mit Sprach- und Sprechstörungen sowie Konzentrationsproblemen ist das Gerät hilfreich.

Hörwahrnehmungstraining bald im Stundenplan

Für die Kinder und deren Eltern ist das finanzielle Engagement der Lions umso wichtiger, da Krankenkassen die Kosten für einen solchen Spezialapparat (800 Euro) und das Training nicht übernehmen. Dabei wäre dies dringend angeraten. Schon in der Vorklasse der WBS leiden vier Kinder an einer auditiven Wahrnehmungsstörung. Und in allen Klassen sitzen Kinder mit Lernschwächen.

Das Hörwahrnehmungstraining soll an der WBS zum täglichen Stundenplan gehören. Die Neuropädagogin Nicola Otto wird nach einer ersten Weiterbildung nun nochmals an einer Fortbildung zum Einsatz des Trainings teilnehmen und die Kinder in Blöcken von jeweils zwölf Wochen unterrichten.

Die Hilfsbereitschaft der Lions beschränkt sich allerdings nicht auf unsere Region. Hinzu kommen weltweite Aktivitäten, an denen sich auch der 1986 von 22 Mitgliedern gegründete Lions Club Rodgau-Rödermark beteiligt.

Lions-Sekretär Willi Burg (mit gelbem Polo-Shirt) und Lionsmitglied Markus Lehmberg (stehend, links) machten sich gestern in der Wilhelm-Busch-Schule ein Bild vom neuen Hörtraining. Seit Ostern kann Pädagogin Nicola Otto (stehend, Mitte) die Kinder mit dem Spezialgerät unterrichten.

Ein Beispiel dafür ist die weltweite Aktion „Lichtblick für Blinde“, mit der die Vielzahl von Erblindungen in den ärmsten Ländern eingedämmt werden soll. Allein die deutschen Lions sammelten dafür von 2004 bis 2006 mehr als sieben Millionen Dollar. In Zusammenarbeit mit der Christoffel-Blindenmission wurde in Kinshasa (Kongo) eine Augenklinik gebaut. Die Klinik ist zugleich Ausbildungszentrum für augenmedizinisches Fachpersonal. Seit der Einweihung 2009 wurden bereits mehrere hundert sehbehinderte Kinder operiert und wieder in Schulen und Reha-Zentren integriert. Zusätzlich haben die deutschen Lions mit Stipendien afrikanischen Augenärzten/-innen ihr Studium ermöglicht. Auch hieran hat sich der Lions Club Rodgau-Rödermark maßgeblich beteiligt. Auch das deutschlandweite Programm „Lions Quest“ wird durch die hiesige Organisation gefördert. Sein Ziel: Schülerinnen und Schüler stark zu machen gegen die Versuchungen von Drogen und Gewalt. Viele Lehrerinnen und Lehrer auch aus Rodgau und Rödermark haben Seminare dieses Programms bereits besucht.

Einnahmen der Party werden gespendet

Aber die Lions können auch feiern. So trafen sie sich zum Jubiläumsfest mit Familienangehörigen und Freunden in der Kelterscheune in Urberach. Ganz im Sinne ihrer Ziele bezahlten sie die Party aus eigener Tasche, damit Eintrittskarten und Getränkeeinnahmen zu 100 Prozent wohltätigen Zwecken zufließen. Sogar die Gute-Laune-Jazz-Band „Viva Creole“ verzichtete auf einen Teil ihres Honorars. So kamen schließlich 3 000 Euro zusammen. Davon profitiert haben die Lebensmittelverteilstellen „Tante Emma Rodgau“, der „Brotkorb Rödermark“, die Kita Liebigstraße in Urberach zur Finanzierung von Englisch-Unterricht sowie die Kita Nordring in Jügesheim, um Kindern die Teilnahme an Musik- und Englisch-Unterricht zu ermöglichen.

Um diese Ziele zu erreichen, brauchen die Lions natürlich Geld. Das ist keine leichte Aufgabe für einen Club mit nur 31 Mitgliedern. Doch manchmal gibt es kompetente Verstärkung - zum Beispiel beim „Jazz im Wald“. Diese Veranstaltung findet nun bald bereits zum zweiten Mal in Rödermark statt. Alle Bürger sind dazu eingeladen. Gejazzt wird am Himmelfahrtstag, 2. Juni, auf der Bulau in Urberach. Der Eintritt ist frei.

Ein weiterer wichtiger Termin im Jubiläumsjahr ist die „Nacht der Löwen“ am 12. November in der Kulturhalle. Das ist zum 25. Lions-Geburtstag ein Muss für alle Damen und Herren, die bei bester Stimmung und erstklassiger Musik feiern und etwas Gutes tun möchten.

Quelle: op-online.de

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