Hilfe für Rolli-Fahrer

Muslime unterstützen Fraternität 

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Hindernisse wie eine S-Bahn-Stufe lassen sich mit einem Rollstuhl immer rückwärts bewältigen. Das hat Talha (18) beim Ausflug mit der Fraternität rasch gelernt.

Ober-Roden - Internationale und interkulturelle Hilfe hat die Fraternität gefunden. Die Ahmadiyya-Gemeinde packt beispielsweise beim Rollstuhlschieben mit an. Für diese dringend notwendige Unterstützung findet die Behindertengruppe nämlich kaum noch Freiwillige.

Beim Neujahrsfest der Ahmadiyya-Gemeinde waren sie ins Gespräch gekommen, jetzt profitierte die Fraternität von diesem Kontakt. Die Behinderten und Langzeitkranken wurden bei einem Ausflug nach Frankfurt von drei jungen Muslimen begleitet. Tasleem (18), Talha (18) und Tahir (15) begleiteten die bei der Bahnfahrt, dem Besuch des „Main Tower“ und beim Spaziergang am Main.

Am Bahnhof Ober-Roden hatte die Fraternitäts-Vorsitzende Hedda Müller dem Trio eine Schnelleinweisung gegeben, wie man mit einem Rollstuhl in einen Zug einsteigt: immer rückwärts. „Sie haben uns wunderbar begleitet und hatten keinerlei Berührungsängste“, freute sich Hedda Müller. Und die Kontakte, sollen weiter ausgebaut werden. Nicht nur die jungen Menschen versprachen wiederzukommen. Auch Hedda Müller hat ihnen Unterstützung im Umgang mit Behörden angeboten. Am Donnerstag, 3. April, spricht die Leiterin des städtischen Sozialdienstes, Monika Hainz, übers deutsche Sozialrecht. Das Gruppentreffen beginnt um 15 Uhr im Graf-Reinhard-Saal. Die Ahmadiyya-Mitglieder können ihre ganz persönlichen Fragen dazu einzubringen.

Hedda Müller erklärt, warum sie so dankbar über die neuen Freiwilligen ist: „Wir wurden immer mehr Mitglieder, die nicht selbständig laufen können, und brauchten Hilfe, aber wir bekamen keine. Wir haben die Kirchen angefragt, aber sie haben nicht reagiert. Jetzt haben wir mit den islamischen Brüdern und Schwestern von der Ahmadiyya-Gemeinde Hilfe gefunden.“ Sie hofft damit nicht nur auf Unterstützung, dank der die Rödermärker Behinderten ihren Alltag besser bewältigen können, sondern will einen symbolischen Schritt hin zu einer für viele fremde Religion machen: „Die Menschen im Rhein-Main-Gebiet rücken sich näher und verwirklichen eine Welt des Friedens.“

chz

Quelle: op-online.de

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