Bisher keine großen Sturmschäden

Hochbetrieb auf Kompostplatz

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Hochbetrieb herrscht derzeit freitags und samstags zu den Öffnungszeiten der städtischen Gartenmüll-Entsorgung in der Kapellenstraße.

Rödermark - Hochbetrieb herrscht derzeit bei der Annahmestelle für Gartenabfälle in der Altstoffannahme in der Kapellenstraße. Das merken viele Autofahrer zu den drei Öffnungszeiten, wenn die mit Grünschnitt voll gepackten Autos in Zweierreihen vor dem Tor warten.

Dann staut es sich auf der Kapellenstraße in beide Richtungen. Glück hat, wer einen Fahrradanhänger oder sonstige handliche Gefährte nutzt. Der hat auch keine Wendeprobleme in der Kompostierungsanlage. Diese Bezeichnung ist allerdings unkorrekt: Hier wird nur gesammelt. Die Anlage selbst wird von der Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft ESO, einem Unternehmen der Stadtwerke, mitbetrieben. Die ESO-Mitarbeiter überwachen die Abgabe und verpacken den Grünschnitt anschließend in Container, die von der ESO abgeholt und anderweitig kompostiert werden. Die ESO-Mitarbeiter behalten die Ruhe. Wenn es Freitag Nachmittag oder Samstag Morgen hoch hergeht, winken sie freundlich jene Autofahrer herbei, die sich nicht mehr auf den von Autos zugeparkten Hof trauen, denn ein Plätzchen in der Nähe der Berge von Laub und Gartenabfällen gibt’s immer noch.

Die Annahme (bis drei Kubikmetern) ist für Rödermärker kostenlos. Theo Fries aus Waldacker ist einer der regelmäßigen Kunden. „Ich bin schon zum zweiten Mal diese Woche da. Ich hab extra mein Auto passend für die großen Laubsäcke gekauft und eine Anhängerkupplung dazu“, erzählt er, während er drei der großen höchst praktischen und prall gefüllten Laubsäcke entleert. „Was haben wir eigentlich früher gemacht? Aber es gibt leider heute immer noch viele Leute, die ihre Gartenabfälle und ihr Laub einfach in den Wald fahren – gerade bei uns in der Jägerstraße.“ Eigentlich doppelt dumm, denn der Entsorgungspreis ist in der Grundgebühr der Umlagen jedes Hausbesitzers ohnehin enthalten.

Das findet auch Claus Murmann von der Fachabteilung Umwelt der Stadt (Fachbereich Bauverwaltung). „Es ist ein Ärgernis: Die Leute beschweren sich über das Laub überall, sind aber nach der Straßenreinigungssatzung selbst vor ihrer Haustür verantwortlich. Das führt sicher zu Härten in gewissen Fällen– aber dafür haben sie den grünen Genuss im restlichen Jahr.“ Der Auftrag zur Laubentsorgung in städtischen Bereichen wurde an den Bauhof vergeben. Dessen Mitarbeiter rücken den Laubbergen mit Handarbeit oder mit Laubbläsern auf die Pelle.

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Mit Beginn des Laubfalls, der dieses Jahr etwas in Verzug ist, „kommen wir gerade jetzt leider krankheitsbedingt nicht ganz nach; wir haben gerade gesundheitsbedingte Engpässe. Wir bemühen uns aber“, deutet Claus Murmann vorsichtig an. Während außergewöhnlich viele Privatleute in diesem Jahr große Bäume auf ihren Grundstücken fällen lassen, bemüht sich die Stadt weitgehend um den Erhalt der Bäume. „Die Sorge ist nicht unbegründet. Wo Platz für eine breite Verwurzelung ist, ist das kein Problem, aber kleine Gärten und große Bäume geht schlecht“, erläutert er. Das bedeutet aber auch, dass die Stadt keine externen Gartenbaubetriebe oder ähnliches zur Laubentsorgung mit anheuern kann. Die sind alle restlos ausgebucht „und müssen jetzt auch das viel zu lange Frühjahr wieder einarbeiten, wo sie Verdienstausfälle hatten.“

Die Herbststürme sind dieses Jahr für die Stadt bisher noch glimpflich verlaufen. Da ist im akuten Fall primär die Feuerwehr zuständig. Die städtischen Mitarbeiter erfassen erst am nächsten Tag die Schäden, die bis dahin meist schon von den Bürger gemeldet wurden. Und Sturmtief Christian, das vor allem Norddeutschland so verwüstet hat, ging in Rödermark ausgesprochen glimpflich ab.

(chz)

Quelle: op-online.de

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