Problemfälle für Feuerwehr

Dürftige Wasserversorgung

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Der Teleskopwagen, den die Wehr aus Ober-Roden mitgebracht hatte, war rasch einsatzbereit. Doch der schwache Wasserdruck und die nicht ausreichende Menge mitgebrachten Löschwassers verzögerten den vollen Einsatz, bis eine Leitung aus dem weit entfernten Goldammerweg stand. 

Urberach - Es ist idyllisch und von hoher Lebensqualität, etwas weg vom Ortskern, außerhalb von Urberachs Mitte, in der freien Natur zu leben wie etwa die Pferdehöfe Geiß in der Römerstraße oder Kreis mit der Adresse „Außerhalb Urberach 1“.

Was aber passiert, wenn dort ein Notfall eintritt und ein Feuer ausbricht? Die Feuerwehr hat diesen Ernstfall jetzt geübt.

Die Wasserversorgung ist in diesen Außenbereichen eher mangelhaft, und bis das ausgeglichen wird, kann es zu spät sein. Gemeinsam übten deshalb die Feuerwehren von Urberach und Ober-Roden diese Notlage gründlich und mit großem Materialaufwand auf dem Kreisschen Hof. Rasch wurde klar, dass aus einem Zehn-Zentimeter-Rohr - der dem Hof nächstgelegenen und einzigen Wasserstelle, deren Abdeckung sich als ausgesprochen resistent erwies - gerade mal 120 Liter Wasser pro Minute abgegeben wurden. „Normal wären 800 Liter. Damit hatten wir auch gerechnet. Wahrscheinlich ist das Rohr von innen zugewachsen“, vermutete Abschnittsleiter Dieter Rumpf.

hleute stehen auf dem Trockenen

Die Erstversorgung war rasch aufgebaut, und auch der Teleskopwagen war rechtzeitig im Einsatz und thronte mit seiner Gondel hoch über der vermeintlich brennenden Scheune. Doch die Wasserversorgung ließ zu wünschen übrig, die Wehrleute standen buchstäblich auf dem Trockenen mit ihren Spritzen in der Hand.

Dabei war es dringend, rund um die Reithalle und zum Zweifamilien-Wohnhaus hin abzuschirmen, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. 1 200 Liter Wasser brachte die Urberacher Wehr mit. Auch die aus Ober-Roden kommenden 5 000 Liter Löschwasser reichten vorne und hinten nicht. 1 600 Liter pro Minute schafft die Verteilerpumpe - da langt das mitgebrachte Wasser nicht lange.

„Wir bauen jetzt eine permanente Wasserversorgung von außen auf. Das dauert länger, aber ermöglicht gleichmäßiges Löschen“, erklärte Dieter Rumpf den interessierten Zuschauern.

Staunend und stumm nahmen Pferde und Kühe den ungewohnten Umtrieb zur Kenntnis.

Die nächste Zapfmöglichkeit besteht im Goldammerweg am südlichen Ortsrand. Dazwischen eine Schlauchleitung aufzubauen über rund zwei Kilometer Länge war rasch geschafft, sorgte aber für einen starken Druckabfall beim ankommenden Wasser. Deshalb wurde ein „Abrollbehälter Mulde“ dazwischen als Auffangbecken genutzt. Rund 10 000 Liter fasst das mit wasserdichter Folie ausgelegte Becken, das nun von den einzelnen Löschwasserfahrzeugen im Pendelverkehr mit Wasser aus dem Goldammerweg befüllt wurde. Aus diesem Becken war nun eine kontinuierliche Versorgung der Löschgeräte auf dem Hof gesichert. „Genau das ist das Ziel der Übung. Wir müssen wissen, wie viel Wasser hier vor Ort ist und wie viel im Ernstfall gebraucht wird, um das gleichmäßige Löschen zu ermöglichen“, erläutert Dieter Rumpf, während die Pferde und die Rinder auf dem Kreisschen Hof staunend das rege Treiben verfolgten.

Letzter Ernstfall in den 90ern

Den Ernstfall, dass ein Aussiedlerhof brennt, gab’s glücklicherweise schon länger nicht mehr. In den 90er Jahren war dies bei Landwirt Spamer in der Hohe Straße der Fall, in Ober-Roden dann beim Gaubatzschen Hof. „Da lief es ähnlich. Da sind wir auch im Pendelverkehr gefahren, um die Einsatzstelle zu versorgen, bis gute Schlauchleitungen standen“, erinnern sich die Rödermärker Wehrleute. 

chz

Quelle: op-online.de

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