Elektrischer Minibus

Diskussion um Bestellbus „Hopper“: Hoffnungsträger oder Geldgrab?

Der elektrisch angetriebene „Hopper“ ist in Seligenstadt schon seit 2019 im Einsatz.
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Der elektrisch angetriebene „Hopper“ ist in Seligenstadt schon seit 2019 im Einsatz.

Der Bestellbus „Hopper“ wird im Parlament kontrovers diskutiert. Unverzichtbares Puzzleteil für einen klimaneutralen ÖPNV? Oder ein tiefes Loch, in dem Steuergelder verschwinden?

Rödermark - Der „Hopper“ ist ein elektrischer Minibus, der auf Bestellung fährt, und bescherte der Stadtverordnetenversammlung in Rödermark eine kontroverse Diskussion. Alle Fraktionen haben ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt, dass die Kreisverkehrsgesellschaft den „Hopper“ auch in Rödermark auf die Straße bringt. Die vom Magistrat vorgeschlagene Finanzierung wurde von FDP und Freien Wählern aber abgelehnt.

Erste Stadträtin Andrea Schülner hatte Konzept (eine letztlich in allen Kreiskommunen verkehrende Weiterentwicklung des Anruf-Sammeltaxis) und Finanzierung erläutert. Rödermark soll danach 2022 170. 000 Euro und 2023 85 .000 Euro pro Halbjahr bezahlen. Ab 2024 trägt die Kreisverkehrsgesellschaft alle Verluste des „Hoppers“.

Rödermark: Diskussion um Bestellbus „Hopper“ – Attraktive Alternativen zum Auto gesucht

Angesichts des Klimawandels brauche auch Rödermark attraktive Alternativen zum Auto, mahnte der AL-Fraktionsvorsitzende Stefan Gerl. Der „Hopper“, der übers Telefon oder mit einer App gebucht werden kann und ohne festen Fahrplan die Ziele der Kunden ansteuert, könne auf vielen Strecken das Auto ersetzen. Hidir Karademir (SPD) sieht im „Hopper“ ein probates Mittel, auch abgelegene Teile der Stadt ans ÖPNV-Netz anzuschließen.

Tobias Kruger, Vorsitzender der FDP-Fraktion, war der erste Redner, der die Schwächen thematisierte. Das Pilotprojekt in Hainburg, Seligenstadt und Mainhausen zeige, dass das „Taxi im London-Style“ nur 15 Prozent seiner Kosten hereinfährt. Was Kämmerin Schülner in Halbjahres-Häppchen präsentiere, summiere sich bis 2023 auf mehr als eine halbe Million Euro. Und die Zusage der Kreisverkehrsgesellschaft, ab 2024 das Defizit in voller Höhe auszugleichen, bedeutet für Kruger nur eine Verlagerung der Kosten: Der Kreis hole sich das Geld über eine höhere Kreisumlage zurück.

Sein Stellvertreter Dr. Rüdiger Werner hatte zehn Millionen Euro Miese für den ganzen Kreis ausgerechnet. Das bedeute für Rödermark einen Anteil von 800 .000 Euro. Für Werner ist der „Hopper“ zudem eine öffentlich subventionierte Konkurrenz der Taxi-Unternehmen.

Rödermark: CDU-Fraktionsvorsitzender fordert Mut in der Verkehrspolitik

Peter Schröder (FWR) erinnerte an die schlechten Erfahrungen, die Rödermark mit eigenen ÖPNV-Projekten gemacht habe. Allein mit dem Stadtbus habe man 150. 000 Euro in den Sand gesetzt.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Gensert forderte von den Skeptikern Mut in der Verkehrspolitik: „Sonst wird es nichts mit dem Klimaschutz!“ (Michael Löw)

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