Hütchenspiel für Hunde

+
Unter welchem Hütchen ist das Leckerli versteckt? Hovawart Calle findet’s i m m e r heraus.

Ober-Roden - Wem ein so genannter „Problem-Hund“ gegenübersteht, dem kommen gewöhnlich zumindest Sorgenfalten auf die Stirn. Manche denken vielleicht sogar ans Wegrennen (was fatal enden könnte). Für Ute Riedner beginnt hier freilich erst die Herausforderung. Von Bernhard Pelka

Auch bei diesem Spiel geht es um Kopfarbeit. Unter den beweglichen Deckeln dieses runden Tabletts liegen in kleinen Vertiefungen Leckerli. Calle muss die Deckel mit der Schnauze wegschieben, um daran zu kommen.

Die lizensierte Hundetrainerin kümmert sich meist um die schwierigen Fälle auf vier Pfoten. Nicht, weil das unbedingt ihre Vorliebe wäre. Aber das Talent der studierten Hundetherapeutin, selbst Problem-Kandidaten als treuen Freund zu gewinnen, hat sich unter Frauchen und Herrchen herumgesprochen. Also ist die Nachfrage nach Ute Riedners Diensten entsprechend groß.

Spezialisiert ist die Hundeexpertin auf Deutsche Hovawarte. Ihr Rezept ist - auf den ersten Blick - so einfach und trotzdem so wirkungsvoll. „Ein Hund muss geführt werden. Man muss ruhig, souverän und gerecht mit ihm arbeiten“. Und das ist wörtlich zu nehmen. Mit ein bisschen Spazierengehen ist es eben nicht getan. Schon gar nicht bei Hovawarten, die als ausgewiesene Wach- Schutz- und Fährtenhunde gelten.

Als der Rüde Calle vor 18 Monaten zu Ute Riedner kam, hatten seine Besitzer ihn praktisch schon aufgegeben. Das Tier biss nach fast allem und jedem, der sich ihm näherte, ob Mensch oder Tier. Inzwischen weiß der kraftvolle Hund sich zu benehmen. Er hat nach intensiver Schulung, viel Kopf- und Fährtenarbeit bei der 53-Jährigen Ober-Röderin seine ungezügelte Aggressivität abgelegt und legt ein gutes Sozialverhalten an den Tag. Gern macht der Vierbeiner intelligente Suchspiele, bei denen als Lohn ein Leckerli wartet.

In der Regel schult die Trainerin die Tiere in deren häuslicher Umgebung. Calle hingegen hat sie bei sich aufgenommen.

Was machen Hundebesitzer am häufigsten falsch?

Weitere Infos zur Hundetherapie finden Sie hier 

- Hunde werden gern als Kind- oder Partnerersatz behandelt und verhätschelt. Dabei müssen die Tiere geführt werden.

- Viele meiden Situationen, die Probleme bereiten (Begegnungen mit anderen Hunden oder Pferden, Stadtgänge). Dabei muss man an diesen Situationen arbeiten.

- Viele belohnen ihre Vierbeiner viel zu schnell und für praktisch nichts.

Quelle: op-online.de

Kommentare