Diskussion über Hundehaufen

Auch Pferdeäpfel sind keine Zier

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Rödermark - Der Hundehaufen-Slalom im Feld erhitzt die Gemüter unserer Leser und beschäftigt nächste Woche die Politik. Der Umweltausschuss hat am Mittwoch, 19. Februar, eine Sondersitzung zur Verschärfung des Leinenzwangs.

Zum Abschluss unseres Leserforums, das weit über Rödermark hinaus Aufmerksamkeit erregt hat, veröffentlichen wir noch ein paar Diskussionsbeiträge.

„Von meiner Wohnung gehe ich circa 500 Meter über eine kleine Seitenstraße, an der sich der Kindergarten, Potsdamer Straße befindet. Vor ein paar Wochen habe ich einmal die Haufen und Häufchen gezählt, die dort lagen; es waren auf dieser kurzen Strecke zwölf Stück!  Das ist eklig und rücksichtslos“, mailte uns Hille Hutmacher.

Wenn einige Hundehalter ihre Hunde nicht erziehen könnten oder wollten, müssten sie die Hinterlassenschaften eben von Hand entsorgen. Hille Hutmacher fordert ein Nummernschild für Hunde: „Autofahrer kann man bei begangener Rücksichtslosigkeit anzeigen, den Hundehalter nicht, da er ja kein Kennzeichen mit sich führt.“

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Innerstädtische Hundehaufen stinken auch dem Waldackerer Hubert Kleinwächter: „Auf unseren Bürgersteigen sollten sie schon beseitigt werden, was auch manche tun. Rücksicht wäre angebracht Eltern gegenüber mit Kinderwagen und vor allem Rollstuhlfahrern, die die Haufen oft erst zu spät sehen und dann hineinfahren.“

Richtig sauer stoßen ihm dann aber Antworten vom Kaliber „Ich zahle ja Steuern!“ oder „Das geht Sie gar nichts an!“ auf.

Hundehaufen verärgern auch viele Dietzenbacher, klagt Friedel Deller: „Die Stinkerei wird bei uns wegen fehlendem Leinenzwang und damit zwangsläufig herbeigeführten Hundetourismus noch verstärkt. Mehrfach haben wir die Stadtverwaltung und die Politik gebeten für Abhilfe zu sorgen.“

Diskussion um strengeren Leinenzwang

„Es ist wie bei den Steuersündern, die Täter sind die Opfer“, flüchtet sich Siegfried Haupt in Sarkasmus. Wenn er den Wasserturm in Jügesheim als Baudenkmal betrachten will, darf er nicht nach oben schauen, sondern muss die Wiese um den Turm im Blick haben. Seine Bilanz: „Ich bin innerhalb von drei Minuten in zwei Hundehaufen getreten. Es liegt eben an mir, weil ich den falschen Blick habe!“

Vor diesem Hindergrund gewinnt die Diskussion um einen strengeren Leinenzwang an Brisanz. Der Magistrat hat für die Ausschuss-Sitzung am nächsten Mittwoch (19.30 Uhr, Rathaus Urberach) Bauern, Jäger, Naturschützer und Hundevereine eingeladen. Der Vorsitzende der Anderen Liste, Eckhard von der Lühe, weist auf eine Anfrage der schwarz-grünen Koalition zu Verstößen gegen den Leinenzwang hin. Die AL will zudem ab März ein Infoblatt zum Schutz von Bodenbrütern verteilen.

Sylvia Stickel sieht Hunde zu Unrecht an den Pranger gestellt. „Wo bleibt der Aufschrei über solche Verschmutzungen oder über Spazierwege im Wald, die zu Brei geritten sind?“, fragt sie und mailt eine Messenhäuser Nebensstraße voller Pferdeäpfel.

Quelle: op-online.de

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