Hundehaufen und Ekelprüfungen

„Problem hängt oben an der Leine“

Rödermark - Unser Bericht über die Hundehaufen im Ober-Röder Feld hat die Gemüter erhitzt. Diskussionsbeiträge erreichen uns über E-Mail, Facebook und www.op-online.de. Die Meinungen prallen hart, aber weitgehend fair aufeinander. Hier eine erste Auswahl:

„Mein Hund und ich sind täglich mindestens zwei Stunden unterwegs. Meistens habe ich eine „Hundetüte” dabei“, schreibt Kerstin Mieth. Bei ihren Wanderungen stößt sie immer wieder auf Hausabfall, abgeschnittene Thujahecken und massenweise Gläser, die ohne Skrupel in den Wald, aufs Feld oder auf die Wiese geworfen werden: „Das finde ich schlimm!“

Eklis Hcimlleh, die im richtigen Leben wahrscheinlich Silke Hellmich heißt, hat ihre Meinung auf Facebook gepostet: „Und es soll tatsächlich auch Hundehalter geben, die die Haufen aufsammeln (und diese dann mangels öffentlicher Mülleimer) eine halbe Stunde spazieren tragen!“

„Der Bericht ist reichlich übertrieben“

Ebenfalls über Facebook hat sich Hawai Fünfnull zu Wort gemeldet: „Der Bericht ist reichlich übertrieben.“ Seiner Ansicht nach werden dort wachsende Getreideprodukte zu Biosprit verarbeitet. „Hunde müssen nunmal irgendwo hinkacken, das müssen Menschen auch“, schreibt er weiter. Der Umweltschaden durch das menschliche Geschäft sei durch Wasserverbrauch und Klopapier weit größer.

„Natürlich hängt das Problem am oberen Ende der Leine! Der Hund weiß nicht, was er wo darf. Für mich und sehr viele andere Hundehalter ist es selbstverständlich, den Kot zu entfernen, wo es erforderlich ist. Auf Wegen oder in Parkanlagen zum Beispiel. Am Feld- und Waldrand sehe ich das anders. Was sehr viele Landwirte auf die Felder als Dünger und Unkrautvernichter streuen, gefährdet die Gesundheit, nicht der Hundekot“, hat uns Marlies Mirau aus Dudenhofen gemailt.

Hundehalterin Sylvie möchte das leidige Thema am liebsten nur im stillen Kämmerlein diskutieren. Sie schreibt auf www.op-online.de: „Ich finde es nicht gut, dass dieses Thema immer wieder in großen Zeitungsartikel behandelt wird, weil dies die Hundehasser auf den Plan ruft, und (siehe letztes Frühjahr) etliche Hunde einen qualvollen Gifttot erleiden müssen.“

„Verhalten der Hundebesitzer ist wirklich bedenklich“

„Das Verhalten der Hundebesitzer ist wirklich bedenklich. Vielleicht sollte über die Hundesteuer den Besitzern schon „Beutelchen“ mitgeliefert und in Rechnung gestellt werden“, regt Marion Kreissl-Rasch in einer E-Mail an. Wesentlich schlimmer als Hundedreck findet sie die Hinterlassenschaften von Katzen. Hier bestehe keine Steuer- oder Leinenpflicht, und Katzenkot verdrecke Spielplätze, Kindergärten und nicht zu vergessen auch Gemüsebeete. Allerdings werde der heimische Garten von diesen Tieren geschont.

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Was tun gegen den stinkenden Hundekot?

Usambara beklagt, dass Rücksichtslosigkeit weit über Hundedreck hinausgeht. Beispiele gebe es in Massen: Bei Rot über die Ampel rasen, „Mutter mit Kind“- oder Behindertenparkplätze vor Wohnhäusern und Supermärkten blockieren, rauchen in Zonen, wo seit zig Jahren ein Rauchverbot besteht, und schließlich der Fastfood-Müll, der vorzugsweise an Ampel aus dem Auto fliegt.

Die immer mehr um sich greifende Rücksichtslosigkeit ist auch Zauberhexe ein Dorn im Auge. Sie schildert im Onlineforum unserer Zeitung folgendes Beispiel: „Ich habe gestern in der S-Bahn einen „Herren“ gebeten, seine Füße von den Sitzen zu nehmen. Reaktion: „Ist doch nicht Ihre S-Bahn.“ Dann wurde ich bespuckt.“ Sie ist das inzwischen leid und überlegt ernsthaft, sich auch gewisse Freiheiten herauszunehmen: „Damit kommt man heutzutage irgendwie weiter, und der Ehrliche und Rücksichtsvolle bleibt immer mehr als Verlierer zurück.“´

Und was sagen Sie dazu?

Quelle: op-online.de

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