Sabine Schmitt und Denise Gubitz sammeln 673 Unterschriften

Hundesteuer bissig kommentiert

Viel Zeit nahm sich Erster Stadtrat Alexander Sturm im Urberacher Rathaus, um sich die Bedenken von Sabine Schmitt und Denise Gubitz gegen die Erhöhung der Hundesteuer anzuhören und die von ihnen organisierten Unterschriften dagegen in Empfang zu nehmen. - Foto: Ziesecke

Rödermark - Hundebesitzer machen gegen die höhere Hundesteuer mobil, die seit Anfang des Jahres in Rödermark gilt. Sabine Schmitt und Denise Gubitz haben eine Unterschriftensammlung initiiert und damit alleine auf op-online.de mehr als 150 Zuschriften ausgelöst.

An den Ersten Stadtrat Alexander Sturm übergaben die Frauen nun Listen mit weiteren 673 Unterschriften.

Alexander Sturm nahm sich viel Zeit für die Überbringerinnen, die in ihrem Gepäck auch einen offiziellen schriftlichen Einspruch und die Hundesteuer-Satzungen anderer Orte wie etwa von Darmstadt hatten, um zu zeigen, wie es auch geht – mit Sonderregelungen vor allem.

Der Erste Stadtrat versprach, die wichtigsten Anregungen an den Magistrat weiterzugeben. Zum Beispiel die Reduzierung der stark erhöhten Steuer für sogenannte Kampfhunde nach einem erfolgten Wesenstest: „Das bedeutet ja auch vermehrte Anstrengungen bei den Hundehaltern und geringere Gefahren durch die vermeintlich gefährlichen Hunde“, begründete Sabine Schmitt.

Zudem wollte Sturm die zweite Anregung prüfen lassen, eine Sozialklausel einzuführen, gekoppelt an Sozialscheinberechtigungen oder ähnliches, um gerade alten und besonders mittellosen Menschen zu helfen, ihre Hunde behalten zu können.

Die Unterschriften der „Hundehalter, Tierfreunde und Angehörigen“ sind nur Willensbekundungen der Unterzeichner und keine formalen Einsprüche – davon gab es bislang nur 15 Stück bei der Stadtverwaltung.

„Die Satzung ist rechtskräftig und damit nicht mehr angreifbar“, gab der Stadtrat zu bedenken. Es gehe aber darum, Möglichkeiten für besondere Härtefälle zu schaffen zusätzlich zu den bisherigen Erleichterungen etwa für bestimmte Schwerstbehinderte wie Blinde oder Taube, für Hunde in Tierheimen und für aus dem Tierheim bezogene Hunde bis zu zwei Jahren. Darunter fallen derzeit 92 der insgesamt 1 400 Hunde in Rödermark.

Heiß geht’s auf der Onlineseite unserer Zeitung zu diesem Thema zu. Die Debatte verliert nicht an Brisanz. Hier einige Beispiele:

  • Ja,ja, der Hundebesitzer. Alles soll kostenlos sein und die Allgemeinheit darf die vermehrte Anzahl der Hundehinterlassenschaften bezahlen. (Mats)
  • Fragen Sie mal Ihren Bürgermeister, ob er die Hundesteuer zur Straßenreinigung verwendet oder nicht viel mehr andere Dinge finanziert, die ihm lieb und wichtig sind! (wackeldackel)
  • Wie viele Schäden richten die Gäule an, die unsere Wege zerstören und sehr viel größere Haufen hinterlassen? Außerdem geht es nicht darum, denn die Stadt verwendet das Geld nicht zur Straßenreinigung. Ist ein Hund mehr Luxus als ein Pferd, eine Katze, ein Papagei oder ein Fisch? NEIN! Er ist ein Haustier wie alle anderen auch, in so fern ist diese Steuer auch sehr fragwürdig. Eine Erhöhung um 100% ist maßlos. (wackeldackel)
  • Ihr armen Hundebesitzer! Die Hundesteuer wurde seit über 30 Jahren nicht ein einziges Mal erhöht. De facto ist die jetzige „Erhöhung“ der Hundesteuer nichts anderes als ein Inflationsausgleich, denn vor 30 Jahren war unser Geld doppelt so viel wert. Eine Anpassung an die Inflationsrate der letzten 30 Jahre war überfällig. (Wer es nicht glaubt, der nutze einen Inflations- oder Zinsenrechner und setze durchschnittlich 2% Inflation seit 1978 an) (Zweistein)
  • Bei der Erhöhung der jährlichen Hundesteuer wird sich gleich aufgeregt und eine Unterschriftenaktion gestartet. Was ist denn mit der Erhöhung der Kita-Gebühren um 20 € monatlich?! Da stellt sich mir doch manchmal die Frage, ob Tiere mehr wert sind als Kinder? (Mutter)
  • Rödermark wird immer mehr zum unbeliebten Wohnort... man sollte echt langsam anfangen überlegen das Haus zu verkaufen und hier wegziehen. Es kotzt mich einfach nur noch an, man wird nur noch abgezockt... (Orwischer)
  • Es wäre ja schön, wenn die Steuer dazu verwendet werden würde um die Tretminen weg zu räumen. Aber das ist eine Steuer, für die keine Leistung von den Gemeinden erbracht wird, es ist einfach eine Steuer, die für die Erhöhung der Einnahmen einer Gemeinde ist. (Rainer W.)
  • Man müsste außerdem mal nachschauen, wie viel die Ärzte durch Hundebisse verdienen. (tourix)
  • Mit der Erhöhung der Hundesteuer ist es auch nicht getan, derjenige der sich einen Hund zugelegt hat und er ihn bezahlen kann, den wird auch die erhöhte Steuer nicht jucken, alle anderen werden wieder mal ausgesetzt, od. landen bestenfalls im Tierheim. (Ralf)
  • Warum in Gottes Namen ist Deutschland so ein Hundenarrenland?! Nirgendwo sonst, außer in den kaputten USA vielleicht oder in der chinesischen Küche, finden sich so viele Hunde“freunde“ wie hier. Man hat hier Hunde lieber als Kinder. (Andrea Wagner)
  • Jetzt sind wir endgültig im Mittelalter angekommen, Zwangsbeiträge und mutwillige Steuererhöhungen, die schlimmer sind als anno Dazumal. Herzlichen Glückwunsch an die Damen und Herren Politiker, die immer noch nicht verstanden haben, dass man kein Geld ausgeben sollte, wenn keins da ist! Es ist egal, ob die Hundesteuer erhöht wird oder die Grundstückssteuer, es kommt JEDER dran. (Walter)
  • Wir haben noch Geld. Rödermark wird einen Klimamanager/Klimabeauftragten einstellen. Zwar vom Bund subventioniert, aber noch teuer genug. Evtl. nimmt der Kämmerer dafür die Mehreinnahmen aus der Hundesteuer. (The Next Generation)

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Quelle: op-online.de

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