Stadt reagiert auf Protest der Tierfreunde

Hundesteuer: Sozialrabatt mildert Härten

Rödermark - Nur ein halbes Jahr nach der Erhöhung der Hundesteuer rudert die Stadt zurück. Sie führt eine soziale Komponente ein, von der unter anderem bedürftige Rentner und Hundebesitzer, die ihren Hund im Tierheim gekauft haben, profitieren.

Magistrat und Parlament reagierten auf Proteste aus der Bevölkerung. Ein Blick zurück: Im Dezember hatte Rödermark die Hundesteuer von 60 auf 120 Euro verdoppelt, ein Spitzenwert im Kreis. Die Proteste kamen postwendend, denn Sabine Schmitt und Denise Gubitz sammelten Unterschriften. 673 Bürger unterstützten ihre Forderungen nach Härtefallregelungen.

CDU und AL haben die Bürgerbedenken ernst genommen, begründete Jochen Weiland (CDU) die Einführung einer Sozialkomponente. Die wurde jetzt rückwirkend zum 1. Januar in die Steuersatzung aufgenommen. Rödermärker, die von Hartz IV oder Grundsicherung leben müssen, bezahlen nur noch die Hälfte, also wieder 60 Euro. 25 Prozent Nachlass bekommen Hundebesitzer, die mit ihrem Vierbeiner eine Begleithundeprüfung abgelegt haben. Hunde aus dem Tierheim sind zwei Jahre von der Steuer befreit.

Mehreinnahmen von 90.000 Euro

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Die Freien Wähler fürchten um die Mehreinnahmen von 90.000 Euro, die die höhere Hundesteuer jährlich in die Stadtkasse bringen sollte. Ihr Fraktionsvorsitzender Manfred Rädlein geht davon aus, dass 40 Prozent aller Hunde aus dem Tierheim kommen und die Begleithundeprüfung verbindlich wird, sobald man mit seinem Hund in einem Verein aktiv wird. Beides mache eine Steuerermäßigung quasi zum Normalfall. Dann, so Rädlein, könne die Stadt auch konsequent sein und die Steuer für alle Ersthunde auf 105 Euro reduzieren.

Die SPD verbindet mit der Steuerdebatte eine ganz andere Hoffnung. „Was bei Hunden funktioniert, sollte auch bei den Kita-Gebühren funktionieren“, sagt ihr Stadtverordneter Armin Lauer. Die stiegen nämlich ebenfalls zum Jahresbeginn.

Quelle: op-online.de

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