Handy-Spaß auf der Skipiste

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Der Ober-Röder Moritz Keck (rechts) und der Urberacher Bastian Kneissl (links) waren mehrfach in Sölden, um die Smartphone-App „MaptoSnow“ zu präsentieren. Auch bei den Auftaktrennen des Alpinen Ski-Weltcups (Foto), waren sie im Zielraum mit einem Infostand vertreten. Das Bundeswirtschaftsministerium und die Raumfahrtbehörde ESA unterstützen ihr Startup-Unternehmen.

Rödermark (ey) - Bastian Kneissl und Moritz Keck sind begeisterte Skifahrer. Und sie sind echte Könner am PC. Beide Talente verknüpfen sie nun zu einer pfiffigen Geschäftsidee.

Die Jungunternehmer entwickelten ein Programm für das iPhone, das beim Skifahren oder Snowboarden ein Bewegungs- und Geschwindigkeitsprotokoll des Fahrers erstellt. Im Tiroler Skiort Sölden stellten Kneissl und Keck ihr Projekt „MaptoSnow“ erstmals Kunden vor.

Für ihr Projekt haben die beiden 26-Jährigen gemeinsam mit ihren Mitstreitern Martin van Wickeren und Sven Frechenhäuser eine GmbH gegründet. „MaptoSnow“ ist eine kostenlose App, also ein Programm für das iPhone von Apple, mit dessen Hilfe sportliche Leistungen der Wintersportler, wie Geschwindigkeit, zurückgelegte Höhenmeter sowie gefahrene Lifte und Pistenkilometer aufgezeichnet werden. „Der Wintersportler muss lediglich die App starten, steckt sein iPhone in die Jackentasche und genießt den Skitag“, verspricht Bastian Kneissl. Eine Internetverbindung ist nicht nötig. Ähnlich wie beim Navigationssystem im Auto werden die Leistungsdaten der Wintersportler via GPS ermittelt.

„Virtuelle Anstecknadeln für Leistungen auf der Piste“

Einzigartig, so die Jungunternehmer, mache ihre Erfindung die Integration eines Belohnungssystems. „Der Sportler erhält virtuelle Anstecknadeln für seine Leistungen auf der Piste“, so Kneissl. Nur zwei Beispiele: Den „Überflieger-Pin“ sammelt der Sportler beim Erreichen von 2 000 Metern Seehöhe ein. Wer zu lange auf der Hütte die Füße hochlegt, wird mit dem „Lazy Dog Pin“ (fauler Hund) überrascht. Insgesamt gibt es hunderte Pins zu entdecken. Gegen Ende des Skitages erscheint der Aprés Ski-Pin auf dem iPhone, der dem Nutzer ein Freigetränk in einem angesagten Lokal im Zentrum von Sölden beschert.

Womit wir beim Geschäftsmodell wären: „Wir haben ein intelligentes Gutschein-System hinter den Pins installiert. Örtliche Betriebe sowie große Unternehmen können die Pins als Werbemedium buchen und mit einer Belohnung versehen. Beim Sammeln eines Pins erhält der Sportler beispielsweise ein Freigetränk auf der Hütte oder einen Rabatt im Sportgeschäft“, verrät Bastian Kneissl, der BWL studiert hat, wie das Unternehmen Geld verdienen will.

Passende Gutscheine

„Wer viel fährt, der bekommt eher die Gutscheine, die zum Profiskifahrer passen. Wer meist am Übungshang unterwegs ist und gerne auf der Hütte chillt, der kriegt eher die gemütlicheren Sachen“, ergänzt Moritz Keck, studierter Media-System-Designer. Skihersteller Atomic und die Sportgeschäftskette Intersport wurden bereits als Partner gewonnen. Eine weitere Besonderheit des Projektes ist das Wettkampfsystem. Jeder gesammelte Pin bringt dem Sportler Punkte, die Ergebnisse können auch unter www.maptosnow.com eingesehen werden.

So sieht „MaptoSnow“ auf dem iPhone aus.

Ganz bewusst starteten die Jungunternehmer mit „MaptoSnow“ in Sölden. Der investitionsfreudige Ort hat mit seinem jungen Publikum bei Neuerungen schon oft eine Vorreiterrolle übernommen. „In Sölden wissen wir einfach, dass die Zielgruppe stimmt, also viele Besucher mit Smartphones unterwegs sind“, erzählt Moritz Keck. „Wir waren in den letzten Wochen mehrmals vor Ort, haben Gespräche geführt und Werbung gemacht. Das spricht sich dann schnell herum“, so Keck.

Bergbahn-Chef Jack Falkner hat sich die App ebenfalls schon zeigen lassen und soll ganz angetan gewesen sein. Die Bergbahnen werben für „MaptoSnow“, die Teilnehmer erhalten in der Startphase bis Ende November einen Rabatt von zehn Prozent auf den Skipass. Die Startphase wollen Kneissl und Keck gemeinsam mit ihren Mitstreitern dazu nutzen, das System zu optimieren. Ab Dezember soll „MaptoSnow“ dann für die größten europäischen Skigebiete freigeschaltet werden.

Quelle: op-online.de

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