Stadt stellt Bebauungsplan vor

Impulse für Alt-Urberach

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Kai-Oliver Heintz vom Planungsbüro Groß-Zimmern und Bürgermeister Roland Kern erläuterten den Entwurf des Bebauungsplans für den Urberacher Altort.

Urberach - Ein sogenannter vereinfachter Bebauungsplan soll den Charakter von Alt-Urberach erhalten und zugleich eine attraktive Innenort-Entwicklung ermöglichen. Die Stadt und ein Planungsbüro erklärten vor gut 60 Anwohnern, wie’s funktionieren soll. Von Michael Löw

Für viele Hausbesitzer sind fehlende Parkplätze ein Problem, für das der Entwurf des Bebauungsplanes noch keine ausreichende Antwort bietet. Pläne eines viergeschossigen Neubaus auf dem Grundstück des leer stehenden Schlecker-Marktes schreckten 2014 die Nachbarn in der Bahnhofstraße, Politik und Verwaltung auf. Zu groß und zu wuchtig - so lautete die Kritik an dem „Riesenklotz unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten“. Die Stadt hätte ihn laut Bürgermeister Roland Kern mangels Bebauungsplan nur schwer verhindern können und war froh, dass der Investor freiwillig einen Rückzieher machte.

Als Konsequenz beschloss das Stadtparlament am 9. Dezember 2014 die Aufstellung eines vereinfachten Bebauungsplanes, damit Alt-Urberach kein planerisches Niemandsland wird, in dem mehrere Bebauungspläne gelten und trotzdem nicht alles regeln. Wie dieses Konstrukt aussehen soll, erläuterten Bürgermeister Roland Kern, Bauamtsleiter Thomas Kron und Kai-Oliver Heintz vom Planungsbüro Groß-Zimmern. Rund 60 Immobilienbesitzer aus Bahnhof-, Darmstädter und Konrad-Adenauer-Straße waren in die Kelterscheune gekommen.

Der vereinfachte Bebauungsplan „B 1.6“ regelt Details wie Dach- und Traufhöhe, Geschosszahl, Ziegelfarbe und die Ausrichtung der Häuser bis zum Bürgersteig. „Wir konzentrieren uns auf die Erhaltung der Ortskern-Charakteristik“, definierte Kai-Oliver Heintz das Ziel.

Seit der Schlecker-Pleite Anfang 2012 steht der Drogeriemarkt in der Bahnhofstraße leer. Ein Investor will den Flachbau abreißen und ein dreigeschossiges Wohnhaus errichten. Erste Kontakte ins Rathaus hat er geknüpft, einen Bauantrag gibt es aber noch nicht.

Daran muss sich auch der Investor orientieren, der im Rathaus seine Pläne für einen Neubau auf dem Schlecker-Grundstück vorgestellt hatte. Demnach soll der eingeschossige Drogeriemarkt einem dreigeschossigen, maximal 13 Meter hohen Neubau weichen, der bis an den Bürgersteig der Bahnhofstraße beziehungsweise bis an die Bachgasse rückt. Der Magistrat, so Bürgermeister Kern, beschloss am Montag, dort zwei Wohnungen für Tageseltern unterzubringen. Bedenken von Elfriede Lotz-Frank, dass der Neubau der Gedenstätte für die in der Nazizeit vertriebenen oder ermordeten Juden optisch erdrückt, sind nach Ansicht von Stadt und Planer unbegründet. Auch die Bushaltestelle und die Bäume an der Straße sollen erhalten bleiben.

Nachbar Dieter Rumpf vermisste in der Planskizze nicht bebaubare Flächen für Parkplätze, Dieter Weber befürchtete auch in der Bahnhofstraße Ausnahmen von der Stellplatzsatzung wie sie die Stadt in den „Rennwiesen“ erlaubt hatte. „Es bleibt bei 1,6 Parkplätzen pro Wohnung“, versicherte Kern. Parkraum ist knapp in Alt-Urberach. Mehrere Anwohner der Bahnhofstraße klagten über zugestellte Einfahrten. Beliebteste Ausrede: „Ich wollte doch nur zum Geldautomaten.“

Das einstige Kaufhaus Dornheim macht einem behindertengerechten Mehrfamilienhaus Platz. Die Zufahrt erfolgt von der Darmstädter Straße, die Abfahrt über die Ratsgasse.

Für ein weiteres innerstädtisches Problemgrundstück liegt ein Bauantrag vor, der dem Magistrat laut Kern „gut gefällt“. Das Kaufhaus Dornheim wurde schon im Sommer abgerissen. Dort entsteht ein barrierefreies Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage. „Die Zufahrt an der Dalles-Kreuzung war eine kniffelige Sache“, sagte Bürgermeister Kern. Bauherr und Behörden hätten aber eine „für alle Seiten akzeptable Lösung“ gefunden. Die Zufahrt von der Darmstädter Straße erfolgt über eine Torhalle. Raus geht’s an der Rathaus-Rückseite vorbei auf die Konrad-Adenauer-Straße. Dann fallen mehrere Parkplätze für Stadtmitarbeiter und Dienstfahrzeuge weg.

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Quelle: op-online.de

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