Michael Kiesling aus Ober-Roden

Indonesien-Helfer und Schriftsteller

Michael Kiesling betreut von Ober-Roden aus ein Waisenhaus auf der Insel Nias bei Sumatra, das er jährlich besucht, um alles vor Ort zu regeln und die Kinder und Jugendlichen wiederzusehen. Bei den anschließenden Patentreffen erstattet er Bericht und zeigt Fotos. Michael Kiesling ist ein vielseitiger Mensch: Schreiben als Ausgleich zum stressigen Beruf.

Ober-Roden - Michael Kiesling (46) ist selbständiger Ingenieur und derzeit gefragter Partner von Architekten beim Bau des weltweit größten Forschungsprojekts „FAIR“ (Facility for Antiproton and Ion Research) in Darmstadt. Aber die Technik ist nur eine von vielen Seiten in seinem Leben.

Der späte Winter wird turbulent für den Rödermärker, der auch Leiter der „Kinderhilfe Nias“ und eines Waisenhauses auf dieser kleinen Insel nahe Sumatra ist: Im Februar nimmt er wieder 16 Flugstunden auf sich, um zweieinhalb Wochen lang in Nias nach dem Rechten zu schauen. Nias betrifft auch viele Menschen hier in der Gegend: Paten, die mit Spenden das Waisenhaus und seine Bewohner unterstützen.

Doch die weite Welt lässt Michael Kiesling auch sonst nicht los. Seit Mai vorigen Jahres war er unter anderem in Tansania; seine nächste große Reise soll nach Mexiko führen. Das ist aber nur ein Teil des vielseitigen Menschen Michael Kiesling. Die andere Seite an ihm ist dem Schreiben und Lesen verfallen. Davon können sich Neugierige am 23. Januar und am 13. März abends im Wohnzimmertheater Nedelmann (T&N) überzeugen. Er hält eine Lesung, in der es um Reisegeschichten, um Anekdoten und um das Schreiben allgemein im Leben des Michael Kiesling gehen.

Es geht auch um Romane

Sicher geht es dann auch um seine Romane. Der erste, „Baustellen“, ist längst als E-Book bei Amazon für 2,99 Euro zu erwerben. Noch gibt’s keinen festen Verlag für dieses Erstlingswerk, an dem er lange geschrieben hat, sondern überwiegend Absagen. Eine zweite Kleinauflage ist dennoch bei den Veranstaltungen bei T&N zu bekommen. „Man müsste viel mehr für die Vermarktung tun, aber dafür fehlt einfach die Zeit. Und es gibt, wie ich zunehmend feststelle, unendlich viele Menschen, die das Schreiben für sich entdeckt haben“, stellt der Autor nüchtern fest. Dann ist da noch sein zweiter Roman „Unterwegs“, der da fortfährt, wo der erste aufhört. Er ist gerade bruchstückhaft im Werden.

Warum er schreibt? „Früher habe ich gedacht, dass Autoren ein cooles Leben haben, schreiben, Party machen und nichts arbeiten, weil ich wie fast alle Menschen einfach ein leichtes Leben haben wollte. Das habe ich sehr schnell korrigiert“, schmunzelt der Allround-Mann, „und trotzdem bin ich beim Schreiben geblieben.“ Hier könne er „unheimlich kreativ sein“, außerdem ist das Schreiben das Gegenstück und der Ausgleich zum Technikerberuf. Seine Stil ist dabei bewusst unterhaltend: „Ich bediene mich einer einfachen und leicht verständlichen Sprache; ich möchte S-Bahn-Lektüre machen.“

Und schließlich ist Michael Kiesling auch Verfasser von Theaterstücken. Sein erstes hat am 28. März bei Theater&Nedelmann Premiere: „Beziehungskisten“ heißt es, und er hat es mehr oder weniger Friederike und Oliver Nedelmann auf den Leib geschneidert („Ich hab halt beim Schreiben immer schon ihre Stimmen dazu im Kopf gehabt.“) Die Urberacher Theaterleute haben es mit einigen wenigen, dem Wohnzimmertheater geschuldeten Kürzungen auch änderungsfrei angenommen. „Ich hab ihnen im Januar 2013 den ersten Entwurf geschickt, und fünf Tage später hatte ich die Zusage“, freut sich Kiesling.

Während ihm seine Lesungen inzwischen nicht mehr die Ruhe rauben („Ich lese inzwischen schon hauptsächlich vor einem Stammpublikum, das weiß, was es erwartet“), macht die Premiere seines ersten Theaterstückes ihn schon sehr aufgeregt. Immerhin sind danach schon zehn Termine dafür angesetzt, wie dem Programm von T&N (www.theaterundnedelmann.de) zu entnahmen ist.

Hilfsaktion auf den Philippinen

Hilfsaktion auf den Philippinen

Aber erst einmal wird gelesen - am Donnerstag, 23. Januar, wenn es um 20 Uhr im Wohnzimmertheater heißt: „Tote Könige und Pikkolos im Flieger - Geschichten, Bilder, Anekdoten vom Reisen“. Michael Kiesling freut sich schon drauf, „denn irgendwo bin ich ja wohl doch eine Rampensau und fühl mich da wohl!“

chz

Quelle: op-online.de

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