Viel Geld für nichts

Panne bei Start der Bürgerbefragung

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12.000 Euro ließ sich die Stadt Druck und Verteilung der Broschüre zum Haushalt kosten. Mit Verspätung landeten die 80-Seiten-Werke in den Briefkästen der Rödermärker.

Urberach (lö) - Ganze vier Bürger - darunter die FDP-Stadtverordneten Tobias Kruger und Rüdiger Werner - verloren sich beim ersten Informationsabend zum Haushalt 2013 im Mehrzweckraum der Halle Urberach.

Die Broschüren, die den Rödermärker Steuerzahlern als Basis für ihre Fragen dienen sollten, waren bis dahin noch nicht verteilt.  Gestern steckten sie dann zumindest in vielen Briefkästen. Die Druckerei hatte nach den Erkenntnissen vom Kämmerer Alexander Sturm die 10.000 Exemplare wie mit der Stadt vereinbart bis Donnerstagnacht zur Post gebracht. Doch bis die herausgefunden hatte, an welche der drei städtischen Kundennummern die Rechnung geht, war der Freitag rum. Und samstags und montags verteilt die Post keine Infopost, also Sendungen mit verbilligtem Porto.

Der Infoabend heute in der Kulturhalle findet wie geplant statt. „Natürlich dürfen nicht nur Bürger aus Ober-Roden, sondern aus allen Stadtteilen Fragen stellen“, betonte Sturm. Trotzdem bietet die Stadt zwei weitere Termine an: morgen um 18 Uhr im Bürgertreff Waldacker und am Dienstag, 4. September, um 19.30 Uhr im Mehrzweckraum der Halle Urberach. Außerdem verlängert sie die Abgabefrist für die Fragebögen um eine Woche bis zum 7. September.

„Dilettantisch und völlig lebensfremd“

„Dilettantisch und völlig lebensfremd“, kommentierte der FDP-Fraktionsvorsitzende Kruger in einer nächtlichen E-Mail die Zeitplanung des Kämmerers: „Selbst wenn die Broschüren pünktlich flächendeckend verteilt worden wären – welcher berufstätige Bürger mit Familie opfert sein Wochenende, um sich in die Haushaltsthematik einzuarbeiten, um dann zu Wochenbeginn früher Feierabend zu machen, nur um Fragen bei den um 18 Uhr terminierten Infoveranstaltungen stellen zu können?“

Kruger bezweifelt, dass die politisch Verantwortlichen tatsächlich eine ernsthafte Bürgerbeteiligung wollen. So habe es noch nicht ein Gespräch mit Eltern über eine mögliche Anhebung der Kindergartengebühren gegeben.

Die FDP stehe aber prinzipiell hinter der Bürgerbefragung zum Haushalt. Die „unstrittig gut gemachte Informationsbroschüre der Finanzverwaltung“ hätte hierfür ein gelungener Beginn sein können.

Quelle: op-online.de

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