Internet hilft Alleinerziehenden

Ober-Roden - Alleinerziehende stehen im Alltag vor einem riesigen Berg von Problemen: „Wer bietet etwas für mich und mein Kind an?“, „Wer kann mir sagen, wo ich Zuschüsse bekommen kann?“, „Wer kennt einen günstigen Laden für Erstausstattungen?“, „Wo kann ich eine Tagesmutter finden?“. Von Christine Ziesecke

Das neue Informations- und Kommunikationsportal www.eineelternfamilien.net will allein lebenden Müttern und Vätern im Kreis Offenbach bei solchen Fragen zur Seite stehen. Die evangelischen Dekanate Dreieich und Rodgau haben es nach einer eingehenden Anlaufphase ins Leben gerufen und veröffentlichen Informationen zu Angeboten, die sich an Alleinerziehende und ihre Kinder richten, sowie zu Institutionen, Verbänden und Vereinen, die Veranstaltungen für Rumpffamilien im Programm haben. Zudem ist das Portal ein Forum zum gegenseitigen Austausch, für Fragen und Kontaktaufnahme bereit.

Heidemarie Ernst, pädagogische Mitarbeiterin der Evangelischen Familienbildung im Kreis Offenbach, und der Ober-Röder Frank Daxer arbeiten seit mehr als vier Jahren im Bereich Einelternfamilie. Sie haben Infoabende, Nachmittage und Freizeiten organisiert und daraus die Erfahrung gewonnen, dass es wichtig ist, sich zu Hause informieren zu können, was angeboten wird, wo Menschen ähnliche Probleme haben, wo man Hilfe erfahren kann und vieles mehr..

20 Prozent aller Kinder wachsen in alleinerziehenden Haushalten auf

Trotz der zunehmenden gesellschaftlichen Akzeptanz alleinerziehender Eltern leben über ein Drittel von sozialen Transferleistungen und ein Drittel in prekären finanziellen Verhältnissen, die Familie muss also mit weniger als 900 Euro im Monat auskommen“, dokumentiert die Initiative. Sie hat auch ermittelt, dass im Kreis Offenbach rund 20 Prozent aller Kinder unter 18 Jahren in alleinerziehenden Haushalten aufwachsen – bislang gab es jedoch kein Netzwerk für deren Probleme.

Die evangelischen Dekanate sehen es als Teil ihrer gesellschaftlicher Verantwortung, mit dem neuen Portal zur Bildung solcher Netzwerke beizutragen. Die Veröffentlichung von Beiträgen, Veranstaltungshinweisen oder Beratungsangeboten etwa ist kostenlos und soll Wegweiser und Ausgangspunkt für eine stärkere Vernetzung sein. Schon in der Startphase sind Verbände, Beratungszentren, Kinderschutzbund, Zentrum Familie, Frauen- und Alleinerziehendengruppen sowie die evangelische Jugend in den Dekanat Rodgau und Dreieich Kooperationspartner. „Wir wünschen uns, dass uns viele Nutzerinnen und Nutzer des Portals Rückmeldungen und Tipps geben oder aktiv mitgestalten und dass die Kooperationspartner uns weiter unterstützen mit Anregungen und Angeboten“, hoffen die Projektleiter zugunsten einer gerechten Teilhabe von Einelternfamilien an der Gesellschaft.

Quelle: op-online.de

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