Fast nur Sonnenschein im 125. Jahr

Statt des althergebrachten Festbuchs hatte sich der KSV Urberach für eine moderne Jubiläums-Zeitung entschieden, die er mit der Mediengruppe OFFENBACH-POST veröffentlichte. Die Kooperation hat sich für beide Seiten gelohnt: Willi Korb, Teamleiter Anzeigen für Rödermark und Rodgau (hinten, 2. von rechts), überreichte gestern 2 000 Euro aus dem Erlös des Projekts.

Urberach - Mit seinen 125 Jahren ist der KSV Urberach Rödermarks ältester Sportverein. Am 23. April 1888 gründete eine Riege honoriger Männer die Turngemeinde Urberach - andere Sportarten fristeten damals ein Schattendasein.

Im Jubiläumsjahr ist der KSV ein breit aufgestellter Verein mit einem Dutzend Abteilungen. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden Werner Popp über die Herausforderungen, die ein 125. Geburtstag mit sich bringt.

Jubiläumsfreude oder Jubiläumsstress - Wie würden Sie Ihre aktuelle Gefühlslage beschreiben?

Stress begleitet einen das ganze Jahr, wichtig ist wie man damit umgeht. Nach unserem Urlaub bin ich doch entspannter und freue mich auf die noch kommenden Jubiläumsveranstaltungen. Die erste nämlich, die Sportschau, haben meine Vorstandsmitglieder zusammen mit den Abteilungen doch ausgezeichnet auch mal ohne mich über die Bühne gebracht. Wir haben ja alle zusammen bereits seit Juni 2012 an den Jubiläumsthemen gearbeitet.

Was überwiegt denn nun?

Aktuell doch die Jubiläumsfreude, sind wir doch der älteste Sportverein Rödermarks. Wenn ich die hochrangigen Zusagen aus Verbänden, Vereinen, Politik und dem öffentlichen Leben zu unserer Akademischen Matinee am 28. April anschaue, so erfüllt mich das doch mit Freude für unseren KSV.

Der KSV hat sich gegen ein traditionelles Zeltfest entschieden. Warum?

Ich habe es von meiner Seite aus abgelehnt, die Verantwortung für ein Zeltfest zu übernehmen, und wir stimmten dann darüber im erweiterten Vorstand ab. Nicht nur die Kosten und das Risiko für den Verein, nach dem Fest auf einem Großteil der Kosten sitzenzubleiben, sondern auch der gewaltige Personalaufwand waren dann meine KO-Kriterien gegen ein Zeltfest. Und es waren nicht nur meine KO-Kriterien. Wir denken, dass ein mehrtägiges traditionelles Zeltfest in unserer heutigen Zeit nicht mehr „State of the art“ ist. Viele Leute müssten sich für diese Zeit eventuell auch Urlaub nehmen.

Wie stemmt der Verein die vielen, übers Jahr verteilten Jubiläumsveranstaltungen?

Da unsere Veranstaltungen zeitlich auseinander liegen, also über das Jahr verteilt sind, ist es uns leichter möglich, unsere Mitglieder dafür zu aktivieren.

Ziehen alle Mitglieder mit?

Alle? Das kann ich bei 1200 Mitgliedern so nicht überprüfen.

Und die Dienstleute stehen beim Vorstand Schlange?

Es ist natürlich nicht einfach, alle Dienste zu besetzen. Aber irgendwie kriegen wir es immer gebacken.

Herrscht beim KSV im 125. Jahr eitel Sonnenschein? Oder trübt doch die ein oder andere Wolke die Stimmung?

Eitel Sonnenschein wird in keinem Verein auch in einem „125-jährigen“ herrschen. Wir sind immer bestrebt, aufziehende Wolken zu erkennen und unser möglichstes tun, damit die Sonne eine Chance erhält.

Wer ist denn der Schlechtwetter-Macher?

Schlechtes Wetter kommt buchstäblich von oben: Wenn Auflagen und Kosten für Vereinsveranstaltungen immer höher werden, fragt man sich, ob sich der Arbeitsaufwand noch lohnt und ob der Vorstand ihn den Mitgliedern gegenüber rechtfertigen kann. Generell muss man sagen, dass die finanzielle Situation für Vereine immer schwieriger wird. Die Gesamtkosten werden durch die Mitgliedsbeiträge längst nicht mehr gedeckt. Wir müssen etwa 40 Prozent unserer Ausgaben durch Veranstaltungen, Sponsoren und Zuschüsse aufbringen.

Welche Impulse erhofft sich der KSV-Vorsitzende von diesem wichtigen Jahr?

Wir wollen Bürger, die unseren KSV noch nicht kennen, dazu bringen, sich für uns zu interessieren um eventuell bei uns mitzumachen. Und all denen, die uns kennen, wollen wir zeigen, welche Leistungen der KSV im Jubiläumsjahr zusätzlich zum seinem sportlichen und kulturellen Angeboten stemmen kann.

Quelle: op-online.de

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