Urberach

150 Jahre Gesang von Klassik bis Pop

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Ein herzliches Dankeschön vermittelten die Vorsitzenden Egon Bick und Marina Diehl an Kurt Rügemer (rechts), der als Schirmherr über dem 150-jährigen Jubiläum steht.

Urberach - (chz) Stehende Ovationen für jungen Bariton Björn Bürger. Klangvolles Jubiläumskonzert eröffnete das Jubiläum der Sängerlust Edelweiß Urberach.

Ein mehr als dreistündiges Jubiläumskonzert eröffnete die Veranstaltungsreihe zum 150. Geburtstag der Sängervereinigung Sängerlust Edelweiß. „So lang man lebt, wird schon gesungen, ohne Lieder geht es nicht“ - Ehrenvorsitzender Georg Sulzmann bringt in seinem Grußwort in der Festschrift 150 Jahre Chorgesang in Urberach auf den Punkt, und viele Gäste genossen diesen Gesang, der von allen drei Edelweiß-Chören dargeboten wurde.

Gestern und heute, kirchliches Liedgut, klassisches Volkslied, moderne Pop-Arrangements, und dazwischen immer viel Humorvolles von der Renaissance bis zu Hubert von Goisern: Ein angenehm leichtes und zugleich anspruchsvolles Programm, zeigte alle Sängerinnen und Sänger von ihren besten Seiten. Wunderbar lyrisch präsentierte sich der Männerchor im „Liebeslied für Lu“ oder in Sutermeisters „Schilfliedern, aber auch voller Scherzhaftigkeit im „Blauen Mond“ oder bei der „Schwäb'schen Eisenbahne“. Herrlicher A Cappella-Gesang, höchst amüsant rund ums spannende Thema Männer und Frauen angesiedelt, kennzeichnete den Auftritt des Kleinen Männerchores, der wie der große Chor von Musikdirektor Hans-Dieter Müller dirigiert wurde.

Überzeugend zeigte sich der gemischte Chor unter der Leitung von Dieter Kerz: Innige Lieder, von religiösen Gesängen aus dem 15. Jahrhundert über Carl Orff's „Odi et Amo“ bis hin zu geradezu spannenden Verschmelzungen moderner Popsongs mit bekannten Abendliedern wie etwa in den „Liedern der Nacht“ belohnten die Zuhörer mit langem Applaus.

Und auch einen ungewöhnlichen Jubiläumsgast schenkten die Edelweiß-Chöre ihrem Publikum: Gemeinsam mit der einfühlsamen Pianistin Mai Nishiyama trat der Rodgauer Bariton Björn Bürger (23) erstmalig in Urberach auf und überzeugte mit kraftvoller Stimme. Zunächst noch ganz verhalten am Flügel, kam er bei der Arie des Figaro aus dem „Barbier von Sevilla“ endlich aus sich heraus und füllte nicht nur den Raum mit dem Klang seiner zunehmend voluminöser werdenden Stimme, sondern auch die Bühne mit seiner körperlichen Präsenz und schauspielerischen Fähigkeiten. Beeindruckt von Bürgers Leistung, erhoben sich gerade die geschulten und doch großteils bedeutend älteren Chorsängerinnen und -sänger als Erste zu stehenden Ovationen für den jungen Musiker und zogen den ganzen Saal mit.

„Time to say Good Bye“ brachte schließlich ein bewegendes großes Finale aller Edelweiß-Chöre mit Björn Bürger und weckte Vorfreude auf das weitere Festprogramm, das am 18. April mit der Akademischen Feier in der Halle Urberach in die nächste Runde geht.

„Wir haben in der letzten Zeit dreimal wöchentlich geprobt, dazu die Organisation der Veranstaltung“, erläuterte Marina Diehl, die mit Egon Bick charmant durchs Programm führte. Der Dank der beiden Vorsitzenden galt deshalb auch ganz speziell ihren nimmermüden und kreativen Chorleitern, Musikdirektor Hans-Dieter Müller und Dieter Kerz sowie allen Sängerinnen und Sängern. Aber auch die zahllosen Helfer, die sogar nach dem Konzert noch für eine gemütliche Bistro-Atmosphäre sorgten, bekamen ein dickes Lob. Ganz besonders lag Egon Bick auch der Dank an die beiden offiziellen Jubiläumsrepräsentanten am Herzen: Bürgermeister Roland Kern als Festpräsident und Kurz Rügemer als Schirmherr des Jubiläums.

Quelle: op-online.de

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