110 Jahre Musikverein Viktoria 08 Ober-Roden:

Höchst liebenswerte Familienmafia

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Michael Langhammer, Vorsitzender der „08er“, freute sich im März über die Verleihung der „Pro Musica“-Plakette durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Als jüngster Aktiver gratulierte er 1986 Ferdinand Seitz, dem ältesten Musiker, zum 80. Geburtstag.

Ober-Roden - Im Herzen von Ober-Roden, im Gasthaus „Zum Stern“, gründeten die Brüder Johann und Josef Groh, Adam und Franz Köhl, Adam und Johann Weber sowie Heinrich Hornung, Jakob Mieth, Adam Schallmayer und Philipp Schwarzkopf 1908 den „Katholischen Arbeiter-Musikverein 08“.

Johann Rupp, der Wirt des „Stern“, lieh dem Verein Geld zur Anschaffung der Instrumente. Die Leitung des Orchesters übernahm Christian Steckenreiter aus Nieder-Roden. Adam Schallmayer wurde erster Vorsitzender.
Heute, 110 Jahre und 19 Vorsitzende später, führt Michael Langhammer den Musikverein Viktoria 08. Er tut das schon seit 15 Jahren – ein Rekord in der Vereinsgeschichte und eines vieler Beispiele für die Kontinuität im Verein. Unsere Mitarbeiterin Christine Ziesecke sprach mit ihm über Historie und Perspektiven.

Herr Langhammer, was sind für Sie die entscheidenden Jahreszahlen in dieser langen Vereinsgeschichte?

Ich kann nur für die letzten Jahrzehnte sprechen; da glaube ich, dass 1988 mit der Gründung des Jugendorchesters durch Dieter Weis ein Meilenstein für die Entwicklung der letzten 30 Jahre war. Aktive Jugendarbeit mit professionellen Lehrkräften sichert das Orchester dauerhaft. 1996 folgten das Vororchester und anschließend die „Beginner“. Das zweite markante Jahr war sicherlich 2006, als das Orchester „Endlisch Musigg“ für Seiteneinsteiger gegründet wurde – nun gab’s auch ein zweites Standbein für Erwachsene. Die mehrschichtige Struktur zieht sich bei uns auch in der Verwaltung – etwa bei den getrennten Orchesterräten – durch.

Was waren für Sie die wichtigsten Entscheidungen in den letzten Jahrzehnten?

Den großen Aufschwung brachte die Entscheidung von Franz Keller 1968, von den bis dahin üblichen Jahreskonzerten auf große Weihnachtskonzerte umzustellen. Im vergangenen Jahr hatten wir zum 50. eingeladen. Sie sind bis heute unser Aushängeschild. Sie sind stets ein festlicher Höhepunkt für die Zuhörer und zugleich ein gelungener Jahresabschluss für den Verein.

Was sind für Sie die wichtigsten Namen in der jüngeren Vereinsgeschichte?

Der Verein wurde schon immer von großen Familiengruppen getragen, die Wolfgang Seitz einmal liebevoll als „Familienmafia“ umschrieben hat. Familien wie etwa Seitz, Keller, Kling, Kipp, Lang oder Hornung tragen das Musizieren weiter, gerade auch an die Jugend. Das hoffe ich etwa auch von meiner eigenen Familie. Meine Frau Patricia und ich spielen schon viele Jahre im großen Orchester; unser Sohn Rafael sitzt bereits voll Vergnügen am Schlagzeug, und auch Jona macht auf seine Art Musik – hoffentlich bleibt das so. Viele unserer Vorstände haben schon eine lange Tradition im Verein, so etwa Helmut Kipp, Dieter Weis, der schon seit 35 Jahren unser Dirigent hier ist, oder Peter Faber.

Start für den „Rodau-Markt“ in Ober-Roden: Bilder

Nun also 110 Jahre MVV Viktoria – sind Sie bereit zum großen Feiern?

Ich glaube schon; wenn Petrus mitspielt, dann kann nicht mehr viel passieren. Wir haben keinen Plan B – wir planen von Tag zu Tag, falls das Wetter nicht mitspielt. Unsere vielen Mitglieder und ihre Familien stehen zum Einsatz bereit. Die mit Hilfe der Ober-Röder Kelterfreunde im Herbst selbst gekelterten 110 Liter Äppler wartet aufs Verkosten. Der „Dinjerhof“ freut sich auch dank der aktiven Mithilfe von Wilhelm Schöneberger auf Besucherscharen, für die diesmal sogar bequeme Stühle bereitstehen. Und der Schirmherr Jörg Rotter wartet schon auf den „Anstoß“. Gemeinsam mit dem ebenfalls 110 Jahre alten FC Germania werden wir in der St.Nazarius-Kirche einen Dankgottesdienst feiern. Für unsere Gäste heißt es jetzt nur noch: sich um Karten kümmern und aufs nächste Wochenende freuen!

Quelle: op-online.de

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