Tennisclub Grün-Weiß hat Jubiläum

50 Jahre Spiel, Satz und Sieg am Waldrand

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1969 startete der erst wenige Monate zuvor gegründete TCW den Spielbetrieb. Und wer seinen Campingstuhl mitbrachte, hatte einen Logenplatz mit fast freiem Blick auf die Plätze.

Waldacker -   Der Tennisclub Grün-Weiß feiert seinen 50. Geburtstag. Doch der Verein hat seine Anfänge eigentlich schon 1964 - er ist ein „Spaltprodukt“ des 1964 gegründeten Tennisclubs Ober-Roden. Von Michael Löw

20 Jahre vor den Wimbledon-Siegen von Boris Becker und Steffi Graf gab es in Deutschland einen Tennisboom. Überall gründeten sich Vereine, die natürlich Clubs hießen, um sich von den Volkssportarten Fußball, Handball oder Turnen abzuheben. Im heutigen Rödermark machte 1964 der Tennisclub Ober-Roden (TCO) den Anfang, seine ersten Plätze hatte er am Buchrain in Waldacker. Der TCO wuchs schnell auf rund 100 Mitglieder, von denen 70 Prozent in Waldacker wohnten. Die Suche nach einem größeren Gelände spaltete den Club 1968, die Waldackerer wollten daheim - und nicht in Messenhausen, wo der TCO mittlerweile Plätze gebaut hatte - Sport treiben. Am 27. September 1968 gründeten sechs Frauen und neun Männer den Tennisclub Waldacker Grün-Weiß. Eigentlich sollten"s 16 sein. Aber einer fand den Eingang zum Partykeller von Walter Stech nicht, in dem die Grün-Weißen tagten. Neu-Mitglied konnte nur werden, wer zwei Mitglieder als Bürgen hatte.

Sie führen den Tennisclub Grün-Weiß im Jubiläumsjahr: Holger Schmitz (2. Vorsitzender), Ute Probst (Gesellschaft), Stephanie Russ (Jugend), Horst Kleine (1. Vorsitzender), Tanja Herzner (Sport), Martin Westerwald (Finanzen) und Michael Rüger (Presse, von links).

Schon zwei Monate später kauften die Gründer Walter Stech und Karl Gramolla ein Grundstück von Mitgründer Manfred Ganshorn am Eulerweg und verpachteten es an den Verein. Im Winter wurde der Wald gerodet, im März 1969 rückten die Bagger an. Die Plätze waren schnell fertig, im Mai 1969 nahm der TCW Grün-Weiß den Spielbetrieb auf. Zur offiziellen Eröffnung im August kamen sogar Tennisspieler aus Berlin. Die Einweihung des Clubhauses wurde am 2. Juni 1970 groß gefeiert. Weitere drei Jahre später hatte der TCW genug Geld, um das gepachtete Gelände zu kaufen.

Die Folgejahre waren typisch für die Tennisvereine der Region: weitere Plätze, Flutlicht, automatische Bewässerung, immer neue Mannschaften, immer mehr Mitglieder - eine echte Erfolgsgeschichte. Auf dieser Basis traf der TCW-Vorstand Ende 1983 eine mutige Entscheidung und machte den Weg für ein neues Clubhaus frei. Das wurde am 25. August 1984 nach nur neun Monaten Bauzeit eingeweiht. „Das haben wir der unglaublichen Arbeit von Bernd Eilers, Horst Seibert, Hermann Uhrig und Rolf Flachowsky zu verdanken“, sagt der heutige Vorsitzende Horst Kleine, von 1985 bis 1990 erstmals an der Spitze des TCW stand.

Zum 40. Geburtstag hatte der Weiße Sport nicht nur in Rödermark seine goldenen Zeiten hinter sich. Erwachsene entdeckten Golf als edle Tennis-Alternative. Kinder und Jugendliche sind bis in den späten Nachmittag in der Schule und haben ebenfalls jede Menge anderer Sport- und Freizeitmöglichkeiten.

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Die Grün-Weißen sehen sich für diese und weitere Herausforderungen gerüstet, ist sich Horst Kleine, dessen zweite Amtszeit als Vorsitzender 2004 begann, sicher. Im Jubiläumsjahr hat der Club etwa 220 Mitglieder, darunter 70 Jugendliche. Das sei eine „überschaubare Größe“, die auch außerhalb des Sportbetriebs ein reges Vereinsleben ermögliche: Jux-Turniere, Ladies-Night, Boule. Das Clubhaus mit seiner Terrasse bildet sozusagen den Rahmen der sechs Tennisplätze im Wald. Auswärtige Gäste bestätigen dem TCW immer wieder, dass er eine der schönsten Anlagen in der Gegend hat.

„Finanziell stehen wir sehr gut da und können alle notwendigen Investitionen in unsere Anlagen vornehmen“, fasst Kleine die wirtschaftlichen Aspekte zusammen. Sportlich kann sich der TC Grün-Weiß auf 17 Mannschaften stützen, die unter anderem in der Gruppen- und Bezirksoberliga spielen. Eine qualifizierte Tennisschule gibt Mannschafts- und Privattraining. Jugendliche erhalten vom Verein einen Zuschuss zu den Trainingskosten. Die Querelen zwischen den Gründern von TCO und TC Grün-Weiß wirken übrigens bis heute nach: Vier der fünf Rödermärker Tennisvereine und --abteilungen spielen im Bezirk Darmstadt. Nur die Waldackerer sind sportlich im Bezirk Offenbach zuhause.

Quelle: op-online.de

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