Von der Bulau an den 50. Breitengrad

Jazzclub krempelt sein Musikwaldfest gründlich um

Frisch, frech, spritzig und vollmundig: So präsentiert sich „JazzApple“ morgen am 50. Breitengrad. Von den großen Namen des Jazz inspiriert, umfasst das Repertoire des Septetts alles, was für eine musikalische Zeitreise notwendig ist. Es reicht von den frühen New-Orleans-Klassikern bis hin zu Titeln aus dem Bebop und Cool-Jazz. Mit großer Spielfreude wechseln sich swingende Titel mit ruhigen Balladen und fetzigem Blues ab, dafür garantiert Sängerin Sarah Inanc.

Rödermark -   Der Jazzclub krempelt seine Traditionsveranstaltung um: „Jazz im Wald“ heißt morgen „Jazz an Himmelfahrt“. Das abgespeckte Open Air findet nach mehr als 30 Jahren auch nicht mehr auf der Bulau, sondern beim Angelsportverein Ober-Roden statt. Von Michael Löw 

Neuer Ort, neue Band, neuer Partner: Der Jazzclub verabschiedet sich von „Jazz im Wald“ - jahrzehntelang das Rödermärker Freiluft-Musikereignis schlechthin. „Schon im vorigen Jahr hatte sich angedeutet, dass wir unsere Traditionsveranstaltung alleine nicht mehr stemmen können“, erklärt Vorsitzender Albert Böttner das Umdenken im Vorstand. Die Zusammenarbeit mit dem Lions Club endete 2015. Voriges Jahr versuchte sich der Jazzclub nochmals als Solist und stieß an seine personellen Grenzen. Böttner: „Deshalb hat der Club nach einem Partner und einem neuen Veranstaltungsort gesucht, um die Tradition am Leben zu erhalten.“

Fündig wurde er am 50. Breitengrad - genauer gesagt: beim Angelsportverein Ober-Roden und dessen Gelände am See südlich von Waldacker. Nicht nur Rödermärker kennen"s vom Backfischessen an Karfreitag oder von der Maiforelle.

Auf der Bulau, so Vorstandsmitglied Günther Barth, brauchte der Jazzclub an die 100 Helfer, bei den Anglern reicht die Hälfte.

Das Gelände ist zwar kleiner als der Urberacher Waldfestplatz, doch es hat eine komplette Feier-Infrastruktur. „Wir müssen keinen Thekenwagen und keine Mobiltoiletten mieten. Das senkt die Fixkosten“, nennt Barth die Vorteile, die sich in Euro und Cent niederschlagen. Statt wie anfangs drei und in den vergangenen Jahren zwei Bands spielt bei „Jazz an Himmelfahrt“ nur noch eine: „JazzApple“ aus Rüsselsheim. Peter Barth entdeckte Sängerin Sarah Inanc und ihre Musiker im Szenelokal „Rind“: „Ich merkte sofort: Von Stil oder Temperament passen die genau zu uns.“ Und eine Band, die über den ganzen Tag verteilt spielt, ist immer noch billiger als mehrere Bands, die jeweils mehrere Stunden auftreten.

So wirkt Musik auf unseren Körper

Böttner und Barth hoffen, dass „Jazz an Himmelfahrt“ finanziell das wird, was „Jazz im Wald“ lange war: die Veranstaltung, die genug Gewinn abwirft, um kleine, aber feine Konzerte für ein begrenztes Publikum im Jazzkeller zu finanzieren. Selbst bei Schmuddelwetter blieben ein paar Euro übrig. Und wenn Musikfreunde oder Waldfestfans aus allen Himmelsrichtungen auf Urberachs höchste Erhebung strömten, klingelte die Kasse. Peter Barth: „Wir haben nur einmal echten Verlust gemacht, als Himmelfahrt total verregnet war.“ Aber auch diesem Tag kann er Gutes abgewinnen: Musiker, Publikum und Helfer drängten sich unterm Dach der Waldfesthütte: „Drinnen war eine Riesenstimmung, und an den Seiten floss das Wasser runter!“

Morgen müssen der Jazzclub, die Band und ihre Gäste zeigen, dass sie auch bei schönem Wetter Stimmung machen können. Die Prognosen für den Feiertag klingen jedenfalls gut. Und in einer Hinsicht bleibt sich der Verein trotz neuem Konzept treu: Der Eintritt ist frei.

Quelle: op-online.de

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