Jazzclub Rödermark

Alle Skeptiker widerlegt

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Die „After Hours“ vereinen Musiker unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Genres auf der Bühne.

Ober-Roden - Ein Wagnis war's schon, als eine Handvoll im guten Sinne Musikverrückter vor 35 Jahren den Jazzclub Rödermark gründete. Jazz auf dem Land? Dem gaben die Skeptiker - und das waren viele - keine Chance.

„Wie wir heute wissen, war dies gottseidank ein Irrtum“, sagen die Vorsitzende Sylvia Altenberg und ihr Stellvertreter Albert Böttner zum halbrunden Geburtstag. Seit 35 Jahren ist der Jazzclub fester Bestandteil der Rhein-Main-Szene, rund 1000 Veranstaltungen haben seine Mitglieder gestemmt. Vom Ambiente des Jazzkellers unter der TS-Halle schwärmen Musiker aus nah und fern. Dazu kommen Open-Airs, überwiegend „Jazz im Wald“ auf der Bulau und auf dem Häfnerplatz, Konzerte in der Kulturhalle und neuerdings im „Dinjer-Hof“ und Riverboat-Shuffles auf dem Main. Der Jazzclub kooperiert mit der Stadt Rödermark, dem Alternativen Zentrum, dem Kreis Offenbach und dem Kunstforum Seligenstadt. Und wie es sich für einen ordentlichen Geburtstag gehört, will der Vorstand den „35.“ mit Mitgliedern, Besuchern, Unterstützern und Sponsoren im zweiten Halbjahr groß feiern.

Bei freiem Eintritt finden vier „Specials“ statt, bei denen der Jazzclub ohne allzu großes Risiko in Randbereichen experimentieren kann. Am 29. August spielt die Latino-Formation „HUEPA“, die schon mehrmals in Ober-Roden gastiert hat. Doris und Bernd Theimann präsentieren am 26. September mit Jazz und Chansons eine Hommage an Hildegard Knef. Das „Golden Age Swingtett“ setzt diese Reihe am 31. Oktober mit einem Kernbereich, dem Swing, fort. Am 5. Dezember führen das „Chansonjazz-Quartett“ und Sängerin Virginie die Besucher des Kellers ins vorweihnachtliche Paris. Herzstück des Programms bleiben die Konzerte unter der Turnerschafts-Halle. Das „Sebastian Laverny Quartett“ verbeugt sich am 4. Oktober vor Glenn Miller und schafft es, den Big-Band-Sound zu neuem Leben zu erwecken.

„Barrelhouse Jazzband“ kommt am 22. November

Die „Allotria Jazzband“ aus München ist am 18. Oktober zu Gast in Rödermark. Die acht Musiker geben Kompositionen der 20er und 30er Jahre mit eigenen Arrangements einen unverwechselbaren Stil und eine unverwechselbare Note. Jan Luley und Torsten Zwingenberger lassen am 8. November Klavier und Schlagzeug zusammentreffen. Luley, der ehemalige Pianist der „Barrelhouse Band“, und Zwingenberger sind gute Bekannte im Jazzkeller und wollen an diesem Abend das ehrwürdige Gemäuer zum „Wackeln“ bringen.

Die „Barrelhouse Jazzband“ gibt am 22. November wieder einmal ihre Visitenkarte ab. Die bekanntesten und renommiertesten Vertreter des traditionellen Jazz gehören sozusagen zum Inventar des Kellers. Die sieben Musiker sind nicht nur Ehrenbürger von New Orleans, sondern auch „Ehrenmitglieder“ des Vereins. Auch an diesem Abend werden sie die Besucher auf eine Reise von New Orleans über Ober-Roden nach Harlem mitnehmen - übrigens mit Cliff Soden am Kontrabass, da Lindy Huppertsberg an diesem Termin verhindert ist. Und zum Jahresausklang heißt es wieder „It´s Christmas Time in Rödermark“. Gospel und Spirituals mit Dirk Raufeisen, der Gruppe „The PresenCe“ und dem charismatischen Sänger Tommie Harris wollen das Publikum am 20. Dezember auf Weihnachten einstimmen und dies nicht nur mit Gospel, sondern auch dem einen oder anderen Weihnachtslied, vielleicht sogar wie im vorigen Jahr mit deutschen Texten.

„röderMARKT“ in Rödermark

„röderMARKT“ in Rödermark

(lö)

Quelle: op-online.de

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