„Jeder Mensch ist ein Künstler“

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Mit Maria Koepfinger (rechts), die sie in der Malwerkstatt der Lebenshilfe Dieburg in der Entdeckung ihrer Kreativität fördert, freute sich Doris Sperling bei der Ausstellungseröffnung über die Resonanz auf ihre Bilder.

Waldacker - (chz) „Malausstellung“ heißt im Programm der Lebenshilfe Dieburg, was der Verein zur Zeit zusammen mit der Stadtverwaltung an Kunstwerken im Bürgertreff präsentiert. Alle Künstler haben unterschiedliche geistige und körperliche Beeinträchtigungen und drücken besonders impulsiv mittels der Kunst ihre Gefühle aus.

Was wohl jeder Künstler tut, aber für Menschen mit Behinderungen besonders wichtig ist. Bei der Ausstellungseröffnung erinnerte Bürgermeister Roland Kern - von den Eindrücken sichtlich bewegt - an Joseph Beuys und seine Aussage „Jeder Mensch ist ein Künstler“, da Spiritualität, Offenheit, Kreativität und Fantasie bei allen vorhanden sind. Kern: „Dies ist eine der wichtigsten Ausstellungen, die bisher in Rödermark stattgefunden haben; sie ist sehr erfrischend und berührend.“

Informationen zur Lebenshilfe Dieburg finden Sie hier.

Christine Ortwein-Kartmann, die Geschäftsführerin der Lebenshilfe, dankte in Anwesenheit vieler der Künstler und zahlreicher Gäste der pädagogischen Mitarbeiterin Maria Koepfinger, die in der Malwerkstatt die Gruppen- und Einzelarbeiten betreut und Behinderte immer wieder zu neuen Wegen motiviert, ihnen damit eine neue Identität und Persönlichkeit ermöglicht.

Am Beispiel von Doris Sperling (48), die eines ihrer Werke „Mein Bild heißt Stolz“ genannt hat und diesen Stolz auch allen Betrachtern lebhaft vermittelt, beschrieb Maria Koepfinger die Phasen des Werdens dieser Bilder: Erst nach langer Zeit hatte die sehr stark sehbehinderte Frau Wege gefunden, sich mit Pinsel und Farbe auszudrücken, sich manchmal anleiten zu lassen, aber ansonsten völlig alleine zu arbeiten. Was sie manchmal auch bis zur völligen Erschöpfung tat. Doris Sperling singt beim Malen, kommentiert und entscheidet selbst, wann ein Bild „fertig“ ist. Dabei hat auch Maria Koepfinger gelernt, dass der Entstehungsprozess das Entscheidende ist, und nicht das fertige Werk.

Begleitet wurden die ausdrucksstarken Bilder an den Wänden im Bürgertreff von Tänzen, die Wilma Weber mit den Lebenshilfe-Kunden eingeübt hatte und die mit sichtlichem Vergnügen vorgeführt wurden.

Die Ausstellung ist bis zum 10. Juli zu den üblichen Öffnungszeiten des Bürgertreffs - montags bis donnerstags von 10 bis 18 Uhr und freitags von 10 bis 12 Uhr - zu besichtigen, Objekte und Bilder gibt‘s auch zu kaufen. 

Quelle: op-online.de

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