Mini-WM bei Viktoria Urberach

Jogi, da ist noch Luft nach oben!

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Bei der Eröffnungsfeier der Mini-WM stiegen Hunderte von Luftballons in den Himmel über dem Viktoria-Sportplatz.

Urberach - 32 Mannschaften - die weiteste Anreise hatten die Teams aus den Partnestädten Saalfelden und Bodajk - spielten schon einmal das aus, was Jogis Jungs & Co. am Donnerstag beginnen. Von Christine Ziesecke 

Als Weltbürger wünscht man sich wohl, dass die „große“ Weltmeisterschaft auch nur annähernd so friedlich und gelungen ablaufen möge wie ihre Miniaturausgabe beim FC Viktoria. Als Deutscher erhofft man sich vielleicht ein wenig mehr, denn ein neunter Platz wäre für Lahm und seine Mannen sicher enttäuschend. Großer Einsatz der Vereinsverantwortlichen einerseits und sehr spendenfreudige Mäzene wie MKU-Chemie, Gudeko und Sparkasse machten wieder E-Jugend-Fußball der besonderen Art möglich. Die Mannschaften waren mit einer großen Betreuer- und Fangemeinde anreist. Sie zelteten auf dem Viktoria-Gelände, nutzten die Zeit zwischen den Spielen fürs Kennenlernen und gemeinsamen Zeitvertreib.

Die Fans stellten mit ihren originellen und teilweise auch originalen Ausrüstungen ein kunterbuntes Bild dar, das auch die Herzen der Ehrengäste wie diverser Bürgermeister und des amerikanischen Generalkonsuls höher schlagen ließ. Am Grillstand oder an der Kuchentheke, im Schatten unterm Sonnenschirm oder beim Duschen im Viktoria-Heim verwischten alle Grenzen - eines der Leitmotive, wofür Jugendleiter René Hirsch schon vor Jahren die Aktion für Fairness, Toleranz und Respekt gegründet hat. Dennoch nahmen die jungen Kicker ihre Aufgaben sehr ernst. Sie fühlten sich wirklich als Vertreter der Mannschaften, die ihnen zugelost worden waren - die E1 der Viktoria etwa als Titelverteidiger Spanien.

Einer der intensivsten Augenblicke sowohl für die Organisatoren wie für die Kicker und die Fangemeinde war die Segnung, am Samstag bei der Eröffnung durch Pfarrer Klaus Gaebler und Pastor Jens Bertram, am Sonntag durch Rabbi Andrew Steinman mit seinem Widderhorn und Imam Mehmet Koc. Umlagert von allen jungen Kickern mitten auf dem Spielfeld lebten sie jene Toleranz, für die der Verein seit Jahren nach Kräften eintritt. Entsprechend problemlos liefen auch die Spiele ab. Die jungen Schiedsrichter hatten wenig Arbeit ebenso wie die Krankenschwestern, die außer ein paar Hitzeschäden kaum Einsätze hatten. Wasser war das höchste Gut an diesen Tagen. Neben den Trinkflaschen waren vor allem die vielen Wassereimer, die zur Erfrischung am Rand standen, heißbegehrt - und der Aufruf, die Trainer möchten doch bitte ihre Schützlinge beim Rasenwässern vom Spielfeld nehmen, verhallte im Leeren.

Mini-WM in Urberach

Mini-WM in Urberach

Während die Fangemeinden sich doch weitgehend in den Schatten verzogen, tobten die Kicker noch zwischen den Spielen dem Ball hinterher. Im Endspiel schlug Uruguay, die SG Rosenhöhe Offenbach, die Mexikaner, gespielt von der E1 der Susgo Offenthal, und feierte mit lautem Jubel in einem Papierschnitzelregen den goldenen Weltpokal. Dritte wurden die Belgier (Makkabi Frankfurt) gegen Frankreich (FC Dietzenbach). Die deutsche Mannschaft (SpVgg Neu-Isenburg) landete auf dem neunten Platz; beste Rödermärker wurden die E2 der Viktoria Urberach, die als Costa Rica einen Platz weiter vorn landeten. Doch jede der 32 Mannschaften konnte sich wie ein Sieger fühlen- das vermittelten ihnen sowohl die eigene Anhänger wie auch die Turnierausrichter, die jeden Teilnehmer mit einem kleinen Weltpokal ehrten.

Einen großen solchen hätten sich durchaus auch die Verantwortlichen des FC Victoria - die Jugendleiter René Hirsch und Andreas Ankenbrand, Präsidiumsmitglied Michael Hock und ihr 123-köpfiges Dienstteam - verdient, die ein halbes Jahr Vorarbeit geleistet haben und nach einer kurzen Ruhepause in die Nachbereitung einsteigen werden. Nach dem Spiel ist schließlich vor dem Spiel, und die nächste Europameisterschaft im Miniformat steht bevor.

Mini-WM in Urberach: Uruguay Weltmeister

Quelle: op-online.de

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