Was juckt's den Nachbarn?

Ober-Roden (lö) - Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners auf dem Hof der Breidertschule hat einen Nachbarn auf die Palme gebracht. Denn bei Rudolf Schleicher und seiner Frau löste die Aktion Atemprobleme, Pusteln und Juckreiz aus. Das hätte vermieden werden können.

Passiert war Folgendes: Schleicher saß bei geöffneten Fenstern im Haus, das Atmen fiel ihm schwerer. Der Allergiker schob es auf den starken Pollenflug - keine ungewöhnliche Situation in diesem Frühjahr. Stutzig wurde Rudolf Schleicher erst, als seine Frau vom Einkaufen nach Hause kam und berichtete, dass auf dem Schulhof Männer in Schutzausrüstung Gift gegen den Eichenprozessionsspinner versprühten. Eine Viertelstunde später fing bei ihr das große Jucken an.

„Wir wurden nicht unterrichtet“

Dass die Raupen des Schädlings zum Schutz der Kinder bekämpft werden, steht für Rudolf Schleicher außer Frage. Was ihn aber empört, ist die fehlende Information: „Wir wurden nicht unterrichtet, dass gegen den Eichenprozessionsspinner gespritzt wird. Das Gift wurde bei Südwestwind direkt auf unser Anwesen geblasen!“

Schon am Tag zuvor hatten drei Männer die Eichenblüten mit einem Gebläse zusammengepustet. Auch da wehte der Wind reichlich Staub zu den Nachbarn. Rudolf Schleicher bekam einen Ausschlag am Arm. Es waren - wie ein späterer Blick ins Internet erwies - die typischen Pusteln, die die Härchen des Eichenprozessionsspinners verursachten.

„Mittel ist für Menschen unbedenklich“

Der Kreis, der die Schulen in Rödermark bekanntlich von der Firma Hochtief bewirtschaften lässt, ist der Ansicht, alles richtig gemacht zu haben. „Das benutzte Mittel trifft nur die Schädlinge und ist für Menschen unbedenklich“, begründete Sprecherin Kordula Egenolf die Nicht-Information.

Allergiker Schleicher sieht die Behörde dennoch in der Pflicht. Auf der Homepage eines renommierten Schädlingsbekämpfers fand er den Hinweis, dass die Information der Öffentlichkeit durchaus notwendig ist.

Quelle: op-online.de

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