Jugend übt sehr fleißig

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Ilaynur Sariguman und ihr gleichaltriger Cousin Hurkan Bas sind zwei der wenigen ausländischen Kinder, die bei der Jugendfeuerwehr mehrere Schnuppertage absolviert haben und im wahrsten Wortsinn Feuer und Flamme dafür sind.

Ober-Roden (chz) ‐ Zum zweiten Mal in kurzer Zeit wurde das leer stehende „Seitz-Haus“ zwischen Kulturhalle und Dieburger Straße kräftig gewässert - diesmal hatte die Jugendfeuerwehr Ober-Roden es als geeignetes Objekt für ihre Jahresabschlussübung genutzt.

14 angehende Wehrleute zwischen 10 und 17 Jahren und neun Betreuer hatten den Abend zuvor im Feuerwehrhaus verbracht und dort genächtigt; am nächsten Morgen krönte die Übung das Jugendwochenende.

Hintergrund der Übung war ein Küchenbrand, den ein kleines Mädchen ausgelöst hatte, das sich vor Schreck anschließend im Obergeschoss des Hauses versteckt hatte. Als die Mitglieder der Jugendfeuerwehr ins Haus kamen, war bereits alles verqualmt; während der Löschangriff von außen rasch zum Ziel führte, gestaltete sich die Suche im Haus schwierig. Da war es gut, dass zwei der Jugendlichen, Pascal Jäger und Pierre Beckmann, sich in eigener Regie und in mühevoller Kleinarbeit Atemschutzgeräte gebastelt hatten, da die üblichen Einsatzgeräte für Jugendliche nicht zuletzt wegen ihres Gewichtes noch nicht benutzbar sind.

Eine tolle Leistung“, bescheinigte Jugendwartin Birgit Weber. Sie hofft, über die Wintermonate mit der Gruppe weitere dieser leichten Geräte basteln zu können, mit denen im Prinzip wie bei den Erwachsenen umluftunabhängig geatmet werden kann.

Bemerkenswert war auch, dass zwei türkische Jugendliche Schnuppertage in der Jugendfeuerwehr absolviert haben, die zehnjährige Ilaynur Sariguman und ihr gleichaltriger Cousin Hurkan Bas.

Ausländische Kinder tauchen leider selten hier auf

Mit Feuereifen verschraubten sie die Schläuche vor dem Seitz-Haus und ließen sich zeigen, wie die Spritzen funktionierten, und mit Feuer und Flamme waren sie auch in den Tagen zuvor bei der Sache gewesen. Ausländische Kinder tauchen eher selten bei der Feuerwehr auf, doch Ilaynurs Mutter Zeynep (45) ist es wichtig, dass ihre Familie sich hier engagiert, und sie beobachtete auch die Löschübung:

Überall beim Fußball sehe ich türkische Familien und ihre Kinder, aber wenn's um Lebensrettung geht, dann ist keiner da.“ Sie vermutet, dass es viel an Sprachbarrieren liegt, besonders bei den Eltern: „Beim Fußball muss ich nicht Deutsch verstehen, da brauche ich nur ‚Tor' zu schreien. Aber hier muss man doch kommunizieren.“

Sie lebt seit 30 Jahren in Deutschland und hat nie ernsthafte Probleme mit der Verständigung gehabt: „Ich rede mit den Menschen, und wenn ich Probleme habe, dann sage ich das, und dann kriege ich auch geholfen.“ Sie hofft, dass ihre Landsleute aufgeschlossener auch für das Miteinander in Vereinen werden, gerade auch bei der Feuerwehr. Und sie wünscht, dass Ilaynur und Hurkan auch weiter Feuer und Flamme für die Feuerwehr sein werden. Befragt, ob sie auch nach dem Wochenende in der Jugendwehr weitermachen möchte, nickte Ilaynur heftig, raste aber auch schon davon: „Ich muss weg, die warten im Löschwagen auf mich!“

Quelle: op-online.de

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