Feuerwehr-Olympiade: Feingefühl war gefragt

+
Aus neun Einzelteilen mussten die jungen Feuerwehrleute eine unendliche Saugleitung zusammenfügen und einsatzfähig machen – das war eine der feuerwehrspezifischen Übungen unter den neun Aufgaben.

Urberach (chz) - Wenn es jemand schafft, Kinder und Jugendliche für eine Sache zu begeistern, so ist das die Feuerwehr.

Nicht nur, dass schon die Allerjüngsten begeistert bei jedem der roten Wagen stehen bleiben - erst recht, wenn das Martinshorn heult -, sondern auch in der eigenen Jugendarbeit versteht es die Wehr, sich interessant zu machen. Ob Mega-Zeltlager oder Seifenkistenrennen – irgend ein jugendgerechtes Event weckt Ehrgeiz und Spieltrieb gleichermaßen.

So war auch die Südhessen-Olympiade angelegt, die zum zweiten Mal knapp 300 Jugendliche zum fröhlichen Wettkampf vereinte. 18 Fünfer-Mannschaften traten dabei gegeneinander an; an neun Stationen konnten jeweils bis zu 100 Punkte eingespielt werden. Dabei wechselten sich rein feuerwehrtechnische Übungen und reizvolle Aktionen mit hohem Spaßfaktor ab. Geschicklichkeit war ebenso gefragt wie genaue Absprachen und gutes Teamwork.

Die tropischen Temperaturen brachten für die Organisatoren noch einige kurzfristige Veränderungen mit sich – so entfiel das anstrengende Bungee-Laufen und wurde durch die Wasserwand ersetzt: eigentlich eine Maßnahme, um Brandherde vom übrigen Geschehen zu separieren, bildete sie das Zentrum jeglichen Vergnügens schlechthin. Spontan hatte die ausrichtende Urberacher Wehr auch noch ein Eiswagen organisiert, an dem es leckere Erfrischungen gab. Zudem konnten die Olympioniken Wasser bis zum Abwinken nachtanken.

Lokale Politprominenz bei der Siegerehrung

Die neun Stationen wurden jeweils von einer Kreiswehr aufgebaut und betreut; ältere Feuerwehrkameraden aus den Einsatzabteilungen kontrollierten mit Stift und Stoppuhr das Lösen der Übungen. Ein Ball auf einem Brett musste mittels langen Seilen von vier Teammitgliedern so gefühlvoll gleichzeitig hochgezogen werden, dass er nicht herunterrollte. Ein großes schwingendes Labyrinth erforderte viel Feingefühl, um durch Neigen und Anheben einen Golfball durch einen Parcours zu lenken. Besonders hart bei dieser Hitze: die Atemschutzstrecke, bei der es in einem restlos vernebelten Zelt Gegenstände zu ertasten und zu beschreiben galt.

Ballonwurf verbunden mit Wassereimern, Abdichten von Löchern in einem überlaufenden Fass mittels der passenden Stöpsel, detailgenaue Beschreibungen eines Lego-Bauwerks über ein Funkgerät nachbaugerecht in den Nebenraum weitergeben: Vieles brauchte doch einige Anläufe und damit Zeit, bis es regelgetreu gelang. Besonders mühsam war das Hantieren in voller Montur und derben Handschuhen mit dem schweren hydraulischen Spreizer. Mit ihm musste ein randvoller Plastikbecher von einer Pylone auf eine andere versetzt werden, ohne viel zu verschütten. Das zog nicht nur den Spieler, sondern auch die Umstehenden in seinen Bann.

Zur großen Siegerehrung fanden sich auf der Bühne schließlich viele bekannte Gesichter aus dem südhessischen Raum ein, so etwa Bundestagsabgeordnete Patricia Lips, Landrat Oliver Quilling, Bürgermeister Roland Kern oder der Kreisbeigeordnete des Kreises Bergstraße, der seine Mannschaften begleitete. Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann dankte den Organisatoren und ehrte alle Mannschaften mit Urkunden; für die ersten fünf gab"s Pokale. Vor den Jugendfeuerwehren aus Bullau-Dorf Erbach (5.), Mümling-Grumbach (4.) und Klein-Krotzenburg (3.) hatten sich Rembrücken mit 650 Punkten und Lautertal-Gadernheim mit 818 von möglichen 900 Punkten den Sieg gesichert. „Wir haben ja nicht extra dafür geübt“, trösteten sich die Jugendwehren aus Ober-Roden und Urberach, die als gute Gastgeber die Pokale den anderen Mannschaften überließen.

Quelle: op-online.de

Kommentare