Jugendfeuerwehr trainiert 24 Stunden

22 Kinder halten durch

+
In den völlig verqualmten Kindergarten St. Gallus schoben sich die Jugendlichen nach dem Öffnen der Eingangstür kriechend, um genügend Luft zu bekommen.

Urberach - Zum Glück hatte die Jugendfeuerwehr die Urberacher vorgewarnt: „Wir haben Berufsfeuerwehrwochenende. An diesen beiden Tagen werden Sie des öfteren Feuerwehrfahrzeuge durch Urberach fahren sehen. Sie brauchen sich aber keine Sorgen zu machen: es ist nichts passiert!“

Mit diesem Hinweis im Vorfeld hatte die Wehr nicht ganz unrecht: Denn erschrocken waren Nachbarn und Passanten schon über Martinshörner und Blaulicht.

Beim Berufsfeuerwehrwochenende hatten Jugendleitung und Einsatzabteilung wieder einmal ein an Abwechslung und Ereignissen reiches Programm vorbereitet, das den jungen Leuten wenig Zeit zum Verschnaufen ließ. Aber die 22 Kinder, darunter fünf Mädchen, hielten durch vom ersten Bettenaufbauen im Feuerwehrhaus bis zum abschließenden Mittagessen knapp 24 Stunden später. Keiner fehlte bei der Abschlussübung am Kindergarten St.  Gallus, trotz kurzer oder ganz ausgefallener Nachtruhe. Mehrfach hatten sich ihre Übungen mit denen der Eppertshäuser Feuerwehrjugend gekreuzt, Übungen in einer Scheune im Nachbarort mit umherfliegenden Explosionsresten sowie zum Abschluss in der Kita St. Gallus waren gemeinsam vorbereitet worden.

Und auch die Jugend der Johanniter Unfallhilfe war mehrfach dabei, schminkte im Vorfeld die „Opfer“ und übernahm sie zur weiteren Betreuung, wenn sie von den jungen Wehrleuten gerettet worden waren. Mit großem Einsatz und gutem Überblick waren die Nachwuchs-Helfer auch nachts dabei, obwohl sie sich auf einen Spieleabend gefreut hatten: ein Garagenbrand in der Philipp-Reis-Straße, eine Personensuche auf dem Waldfestplatz und eine Übung auf dem Viktoria-Parkplatz ließen wenig Zeit zum Schlafen. Doch sie bewiesen Ausdauer und wussten auch beim abschließenden Schwelbrand, ausgelöst durch einen Durchlauferhitzer in der Kita St. Gallus, noch, dass man sich in ein verqualmtes Haus am besten kriechend bewegt – zu zahlreichen Zuschauer auf der Wiese hatten großen Spaß an der Übung, die im Ernstfall lebensnotwendig für die sieben betroffenen Erzieherinnen gewesen wäre.

chz

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare