Jugendwehr eigentlich zu jung

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Stefan Braun, Sebastian Brehm und Hans-Jörg Neuner hatten die Übung an der Kläranlage vorbereitet, an der rund 40 junge Feuerwehrleute teilnahmen. Sie mussten einen Verletzten aus einem Schaltraum retten und einen Waldbrand löschen.

Ober-Roden (lö) - Zwei der drei Verletzten, die beim imaginären Unglück an der Kläranlage zu beklagen waren, hatten die jungen Retter schnell gefunden und in Sicherheit gebracht.

Opfer Nummer drei lag indes lange bewusstlos auf einem Podest fünf Meter über den Köpfen der Helfer. Zu lange, kritisierte Carsten Gerhold, der Jugendwart der Ober-Röder Feuerwehr. Denn im Ernstfall hätte der Verletzte jede Menge giftiger Rauchgase eingeatmet.

Stefan Braun, Sebastian Brehm und Hans-Jörg Neuner hatten die Übung an der Kläranlage vorbereitet, an der rund 40 junge Feuerwehrleute teilnahmen. Foto: Löw

Fehler, Pannen und Misserfolge sind im Ausbildungskonzept allerdings gewollt. Die 15-, 16- und 17-Jährigen haben mehr Verantwortung gefordert und bekommen. Bei der Übung an der Kläranlage waren Erwachsene nur noch als Fahrer dabei. Jugendliche übernahmen die Einsatzleitung und mussten auch Gerholds Kritik schlucken: „Das ist nicht 100 Prozent rund gelaufen. Die Einsatzleiter hätten die Lage besser erkunden müssen.“

Mit 40 Aktiven steht die Jugendfeuerwehr Ober-Roden personell gut da. Doch der Altersdurchschnitt von 13 Jahren ist niedrig, erst mit 17 rücken die Jugendlichen in die Einsatzabteilung auf. Die beiden Jahrgänge davor sind aber eher schwach besetzt - da teilt die Feuerwehr das Schicksal anderer Vereine. Carsten Gerhold und die Wehrführung versuchen deshalb, mit mehr Verantwortung und mehr Action bei der Ausbildung gegenzusteuern. Die jungen Leute wollen zu Beispiel auch an Gefahrgut- oder Strahlenschutzübungen teilnehmen.

Alles in allem sieht Gerhold die Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Roden auf einem guten Weg. Im Winter kamen fünf Kinder neu hinzu. Gerhold: „Das ist ungewöhnlich, denn da führen wir ja nur die theoretische Ausbildung durch.“

Quelle: op-online.de

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