Kinder gestalten „ihr“ Rödermark

Jung-Planer lernen Grenzen kennen

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Kita- und Grundschulkinder haben Spielplätze und andere Freizeitmöglichkeiten unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse werden in einem interaktiven Stadtplan zusammengefasst - einem Gemeinschaftsprojekt von Stadt und evangelischem Dekanat.  

Urberach - Junge Rödermärker können mitreden, wenn’s um die Gestaltung ihrer Stadt geht. Das geschieht aber nicht in Form eines aufwendig installierten Kinder- und Jugendparlaments, sondern durch begrenze Projektarbeit.

Hier lernen die Entscheider von morgen auch die Grenzen ihrer Einflussmöglichkeiten kennen: zum Beispiel beim Geld. Was wünschen sich Rödermärker zwischen 7 und 18 Jahren von ihrer Stadt? Wie sieht ein kinder- und jugendgerechtes Umfeld aus? Wie finden sie sich darin zurecht? Was ist gut, wo hapert’s? Diesen Fragen gehen mehr als 70 Nachwuchs-Stadtplaner auf den Grund.

„DRIN“ heißt eine gemeinsame Aktion von Stadt und evangelischem Dekanat, für das die Kinder in den vergangenen Monaten Spielplätze und Freizeitmöglichkeiten unter die Lupe genommen haben. Sie testeten Geräte, füllten Checklisten aus und schrieben Kommentare. Die Ergebnisse sollen in einen interaktiven Stadtplan einfließen. Mitgemacht haben gut 30 Kinder aus der Kita St. Nazarius, den Pfadfindern der Freien evangelischen Gemeinde, den beiden Grundschulen und dem Hort Pestalozzistraße. Der ist nach „DRIN“ sozusagen draußen. Nach 25 Jahren wurde unter das Kapitel Hortbetreuung in der Pestalozzistraße ein Schlussstrich gezogen. Die Kinder werden nach den Ferien in der Schule an den Linden betreut, wo zusätzlich zu den bisherigen Räumlichkeiten die neue Mensa mit Betreuungsräumen genutzt werden kann.

46 Kinder und Jugendliche lernten bei der Aktion „Rödermark wie es dir gefällt!“ den Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit kennen. Die Liste war 19 Positionen lang (siehe Infokasten), ganz oben standen eine Riesenschaukel wie in Dietzenbach und eine Grafittiwand, die man besprühen kann, ohne gleich mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Die Nachwuchsplaner recherchierten im Internet, was so eine Mal-Wand kostet und stellten fest: „Da ist unser Geld ja fast aufgebraucht!“. 23.000 Euro stehen im städtischen Haushalt für solche Jugendprojekte, die Wand und das nötige Drumherum würden 17.000 Euro verschlingen. Daher suchten die Kinder nach billigeren Alternativen und schlugen dem Ersten Stadtrat Jörg Rotter vor, die Rückseite der Sporthalle Kapellenstraße für die Grafittisprayer freizugeben.

Sportliche Planer wünschen sich einen Fuß- und Basketballkäfig hinter der Kulturhalle. „In der Umgebung des Jugendzentrums fehlt es an Bewegungsmöglichkeiten“, bekommen sie Schützenhilfe von Stephanie Grabs, der Leiterin der städtischen Jugendarbeit. Der Sportplatz hinter Gittern ist indes nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der Haftung. Das Grundstück gehört nämlich dem Kreis. Auch hier lernten die Kinder, dass es vom Wunsch bis zur Wirklichkeit ein langer Weg ist.

Andere Dinge der Liste konnten dagegen schnell abgehakt werden, weil die Stadt schon mit der Planung begonnen hat.

Stadtrat Rotter sowie Stephanie Grabs, Florian Brehm und Alexander Schmidt aus der Fachabteilung Jugend haben jetzt Kleingruppen für die einzelnen Projekte gebildet. Die treffen sich nach Absprache und diskutieren ihre Ergebnisse an jedem ersten Freitag eines Monats in der großen Runde. Wer noch mitmachen will, kann sich bei Florian Brehm, 06074/911-610, E-Mail florian.brehm@roedermark.de melden.

Die Nachwuchsplaner lernten aber auch, dass sich manche Ideen ganz ohne Geld verwirklichen lassen. Jüngeren Skatern zum Beispiel sind die Hindernisse auf der Bahn hinterm Urberacher Badehaus zu hoch oder zu steil. Sie regten an, daneben noch ein paar Quadratmeter zu asphaltieren - diese ebene Fläche würde ihnen reichen. Doch auch hier heißt’s: „Ohne Moos nix los!“. Deshalb hat einer der älteren Skater Stephanie Grabs angeboten, seine Kniffe den jüngeren weiterzugeben. (lö)

Quelle: op-online.de

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