Am „Dalles“ droht Verkehrsinfarkt

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Drei Monate lang will Hessen Mobil die Kreisstraße zwischen Messel und Eppertshausen sperren und den Verkehr über Urberach umleiten. Zumindest während der Kerb wird diese Regelung ausgesetzt. Die Fahrbahnsanierung kostet etwa 2,64 Millionen Euro. Die sieben Kilometer lange K 180 ist eine Ansammlung von Rissen, Schlaglöchern und Verwerfungen.

Urberach - Urberacher Hauptstraßen müssen während des Umbaus der K 180 zwischen Messel und Eppertshausen als Umleitungsstrecke herhalten. Die Arbeiten beginnen am Montag und sollen drei Monate dauern. Von Michael Löw

Das Schlimmste indes konnte die Stadt verhindern: Während der Orwischer Kerb am ersten September-Wochenende kann die K 180 benutzt werden. Das teilte Hessen Mobil gestern dem Ordnungsamt mit.

Die Rödermärker hatten seit Tagen Druck gemacht. Denn die innerörtliche Kerbumleitung mutet den Anwohner dieser Seitenstraßen ohnehin reichlich Extra-Lärm zu. Aber auch noch sechs Tage lang Lastwagen vorm Schlafzimmer? Das hätte den geduldigsten Bürger zum Wutbürger gemacht.

In den Wochen vor und nach der Kerb dürfte der Ärger in der Traminer und Darmstädter Straße aber groß sein. Denn schwere Lastwagen brettern dann über Straßen, die seit Jahren schon für alle Fahrzeuge über vier Tonnen gesperrt sind. Diese Zusatzbelastung müssen die Urberacher aber hinnehmen, Hessen Mobil bietet da keine Alternativrouten an.

Mit 2 800 Autos pro Tag ist die K 180 laut Hessen Mobil weit weniger belastet als die Urberacher Ortsdurchfahrt (7 000 Fahrzeuge). Doch auch diese Zusatzmenge bringt die Kreuzung am „Dalles“ an den Rande des Verkehrskollapses.

Im Winter hatte das Stadtparlament einstimmig gefordert, dass Hessen Mobil die Sanierung der K 180 verschieben soll: Erst wenn klar ist, ob die K-L-Trasse, also der Ausbau von K 180 und L 3317, als Umgehung für Urberach Chancen hat, solle das mit den Arbeiten beginnen. Vorher solle das Land keine Fakten schaffen.

Bürgermeister Roland Kern ist zwar hochgradig sauer, wie kurzfristig Hessen Mobil über die Umleitung durch Urberach informiert hat. Er will aber nicht nur die negative Seite sehen: Eine sanierte und damit für den Durchgangsverkehr attraktive K 180 könnte der Stadt Argumente in ihrem Kampf um die K-L-Trasse liefern.

Quelle: op-online.de

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