Kommunalwahl am 14. März

Rödermark: Kaleidoskop der Kandidaten

Siegfried Kupczok (FWR)
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Siegfried Kupczok (FWR)

147 Frauen und Männer aus Rödermark bewerben sich am 14. März um einen der 39 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung oder um einen der acht Sitze im ehrenamtlichen Magistrat. Wir haben uns durch die Listen der Parteien geblättert und nach jüngsten und ältesten Kandidaten, dem Frauenanteil oder den Berufen gesucht.

Rödermark – Die Kandidatenlisten für das neue Stadtparlament, das sich am 28. April zu ihrer konstituierenden Sitzung trifft, sind männerlastig, zeugen von beruflicher Vielfalt und verraten einige exotische Geburtstorte. Hier ein Überblick, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder fein tarierter Ausgewogenheit erhebt.

Damenwahl

99 Männer treten zur Wahl an, aber nur 48 Frauen, macht eine Quote von 32,6 Prozent. Spitzenreiter ist die Andere Liste, die nach guter grüner Sitte ihre Liste (38 Bewerber) fifty-fifty besetzt hat. Mit 31,4 Prozent hat die CDU die zweithöchste Frauenquote, Freie Wähler (FWR) und FDP kommen auf knapp 27 Prozent, die SPD nur auf 23,3 Prozent. Weniger Frauen, nämlich gar keine, hat nur die AfD nominiert. Immerhin: Die SPD-Liste wird von ihrer früheren Fraktionsvorsitzenden Anke Rüger angeführt. Außer den Genossen hat nur noch die AL eine Frau als Nummer eins: die ehrenamtliche Stadträtin Karin von der Lühe.

Altersvorsitz

Die Alterspräsidentin oder der Alterspräsident darf die erste Sitzung der neuen Wahlperiode eröffnen. Mehr als ein symbolisches Amt ist"s nicht. Senior unter allen 147 Bewerbern aus sechs Parteien ist der 84-jährige Klaus Neumann von den Freien Wählern. Der steht aber auf der Liste recht weit hinten. Bessere Chancen haben Siegfried Kupczok (FWR, Jahrgang 1941), Brigitte Beldermann (AL) und Jürgen Breslein (FWR), beide Jahrgang 1942. Und alle drei haben einen Bekanntheitsbonus, denn sie sind Mitglieder der aktuellen Stadtverordnetenversammlung. Brigitte Beldermann war zudem mehrere Jahre Parlamentsvorsteherin.

Junge Kräfte

Neun Milleniums – also Frauen und Männer, die im Jahr 2000 oder 2001 geboren wurden – wollen in der Kommunalpolitik mitbestimmen. Wenn die Wähler die Parteilisten nicht allzu sehr durcheinanderkumulieren, gehören Yannick Gäckle (CDU), Paula Huss (AL) und Sera Üretmen (FWR) der nächsten Stadtverordnetenversammlung an. Denn ihre Namen stehen auf Listenplätzen, die ihnen vor fünf Jahren ein Mandat garantiert hätten. Jüngster Spitzenkandidat ist Jochen Roos (AfD, Jahrgang 1990). Ob FDP-Spitzenkandidat Tobias Kruger (41) sich noch zum politischen Nachwuchs zählt, ist fraglich. Denn er ist schon knapp 20 Jahre im Parlament. Aber alle anderen Nummer-eins-Kandidaten sind deutlich älter: Sven Sulzmann (CDU) ist 55, Anke Rüger (SPD) 64 und Karin von der Lühe (AL) 55. Peter Schröder (FWR) feierte am Donnerstag seinen 58. Geburtstag.

Karriere

Immer interessant ist ein Blick auf den beruflichen Werdegang der Kandidaten. Natürlich findet man in den Listen jede Menge unspektakulärer Jobs wie Angestellte, Banker, Lehrer oder IT-Entwickler. Eher außergewöhnlich sind die Berufe der Thai Chi-Lehrerin Annette Böffinger (AL) oder der Ministerialbeamtin Katja Kümmel (ebenfalls AL). Unternehmer sind unter anderem Jan Grünberg (CDU), Manfred Rädlein (FWR) und Lars Hagenlocher (SPD), Richter sind Dr. Alexander Görlich (CDU) und Hans Schubert (SPD). Einzige bekennende Hausfrau unter allen Bewerberinnen ist Ramona Simon von den Grünen. Bekennende Rentner oder Pensionäre kandidieren für alle Parteien mit Ausnahme der AfD. Die Interessen älterer Rödermärker sind in der neuen Legislaturperiode wohl gewahrt. Aber viele Bewerber Ü65 stehen auch mit ihrer früheren Berufsbezeichnung oder einem eher verschämten a.D. auf den Listen. Dabei ist"s doch keine Schande, den aktiven Teil des Berufslebens abgeschlossen zu haben.

Heimat

Gewählte Lokalpolitiker und Lokalpolitiker in spe müssen nicht zwangsläufig in der Nähe ihrer Wirkungsstätte geboren sein. Die weitesten Wege zurück in ihr Elternhaus müssen Susan Diehl (AL) und Mamadou Diallo (SPD) zurücklegen. Die Geologin stammt wie der frühere US-Präsident Bill Clinton aus Arkansas, der Angestellte wurde in Guinea/Westafrika geboren. Polnische Wurzeln haben Bernd Stadler (FDP, Warschau) und Kinga Urbanska (AL, Jawor). In der SPD finden traditionell türkischstämmige Rödermärker eine politische Heimat. Auf der aktuellen Liste sind das Hüysein Firat, Hidir Karedemir und Gülbahar Karademir-Altun. ( Michael Löw)

Karin von der Lühe, AL-Spitzenkandidatin
Yannick Gäckle (CDU)
Lars Hagenlocher (SPD)
Bernd Stadler (FDP)

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