Kann man Glück messen?

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Glücksgefühle in der Spülschüssel? Ein Profilkurs der Nell-Breuning-Schule versucht, mit wissenschaftlichen Methoden ein Phänomen zu ergründen, das sich Messungen normalerweise entzieht.

Ober-Roden ‐ Kann man Glück messen? Elftklässler der Nell-Breuning-Schule in Rödermark versuchen jedenfalls eine wissenschaftliche Annäherung an ein Phänomen, das sich exakten Definitionen gern verweigert. Von Michael Löw

Gesundheit, persönliche Zufriedenheit, Karriere, Geld, Partnerschaft, Familie... Jeder deutet die fünf Buchstaben auf seine Weise.

Hans-Peter Heckroth, Bio- und PoWi-Lehrer an der Nell-Breuning-Schule, spürt dem Glück mit einer Gruppe Elftklässler nach. „Das ist keine Wellness-Veranstaltung mit Meditation und Gruppenspielen, sondern sehr wissenschaftliche Arbeit“, formuliert Heckroth das Ziel seines Profilkurses. Ums vorwegzunehmen: eine allgemein gültige und empirisch nachvollziehbare Definition von Glück haben die 16 Jugendlichen noch nicht gefunden. Doch da sind sie in bester Gesellschaft hochkarätiger Forscher, denn das angeblich höchste der Gefühle verweigert sich Messungen in Nanometer, Mikrogramm oder Millisekunden.

Der Kurs versucht, Glücksmomente - oder auch ihr genaues Gegenteil - in Experimenten verständlich zu machen.

Experimente kommen aus den Naturwissenschaften und der Psychologie, die Auswertung von Umfragen rundet den Profilunterricht ab. Heckroths Schüler versuchen beispielsweise zu entschlüsseln, warum Frisöre oder Kosmetikerinnen in ihrem Job glücklicher sind als Anwälte. Eine englische Studie hat festgestellt, dass Arbeiten, die den Menschen verschönern, einfach zufrieden stimmen. Juristische Winkelzüge bewirken offenbar das Gegenteil.

Fragt man die NBS-Elftklässler nach ihren ganz persönlichen Vorstellungen vom Glück, rangieren Familie und Freunde ganz oben. Und einer meinte: „Dann müsste ich ja das Gegenteil von Schule definieren!“

Quelle: op-online.de

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