Von der Kanzel ins Haus der Diakonissen

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Mit leiser Wehmut, aber auch mit ganz viel Vorfreude verabschiedeten sich Pfarrer Matthias Welsch sowie seine Frau Katharina und die Kinder Corinna, Jona und Anna Luisa am Sonntag in der Kulturhalle von der evangelischen Kirchengemeinde und vielen weiteren Bürgern – am heutigen Dienstag wartet der Umzugswagen nach Frankfurt.

Ober-Roden ‐ Freiwillige Abschiede sind meist mit einem lachenden und einem weinenden Auge verbunden, und so flossen auch bei der Verabschiedung von Pfarrer Matthias Welsch und seiner Familie zahlreiche Tränen. Von Christine Ziesecke

Doch die Tatsache, dass der Geistliche aus der evangelischen Gemeinde „nur“ nach Frankfurt wechselt, wo er seit gestern Vorsteher des Diakonissenhauses ist, machte den Abschied leichter, und auch die Herzlichkeit, mit der einige seiner zukünftigen Wegbegleiterinnen ihn an seiner alten Wirkungsstätte abholten, freuten die Gemeinde.

Mit einer Predigt, in der er zum beherzten Spurt und zum zielgerichteten Lauf aufruft, wandte sich Welsch an seine bisherigen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter: Jeder für sich, aber zusammen für das Wohl aller den eigenen Aufwand noch etwas steigern, nun, da der Lotse erst einmal von Bord geht. Abschließend wünschte er der Gemeinde und dem Kirchenvorstand Kraft, Mut, Besonnenheit und Weitblick, die vor allen liegende arbeitsreiche und verantwortungsvolle Zeit sinnvoll zu nutzen. Dekan Carsten Tag erinnerte an die wechselvolle Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde in den letzten elfeinhalb Jahren. In diese Zeit fiel unter anderem die Gründung der Stiftung „lebens-t-räume“, die die generationenübergreifende Arbeit auf eine finanziell solide Basis stellt. Damit verbunden waren aber auch heftige Auseinandersetzungen um den Verkauf eines Kirchengrundstücks im Breidert, das besagte Basis liefern sollte.

Gruppen überraschten Welsch mit Geschenken

Dekan Tag entpflichtete Pfarrer Welsch aus dieser Aufgabe und machte ihn damit frei für seine neue Arbeit in der Diakonie. Pfarrer Oliver Mattes segnete mit bewegenden Worten den scheidenden Pfarrer ebenso wie der Kirchenvorstandsvorsitzende Martin Annighöfer. Der Posaunenchor und die neue Konfi-Band in der auch sein Sohn Jona Welsch spielte, gaben dem Abschied einen emotionalen Rahmen.

So fielen auch die Abschiedsworte von Bürgermeister Roland Kern und Parlamentspräsidentin Maria Becht sehr herzlich aus, ebenso der Dank der diakonischen Einrichtungen „Brücke“, „Wurzelwerk“ und des Leiters der Diakonie, Martin Glaub, sowie der Christusträgerschwestern. Dankbar für die Schritte zu mehr Nähe während der Amtszeit von Pfarrer Welsch verabschiedeten sich die ökumenischen Schwestergemeinden mit einem von Pfarrer Elmar Jung gereimten Ober-Röder Epos.

Gemeindegruppen überraschten Welsch mit Geschenken, so etwa die Evangelische Jugend mit einem 24-Stunden-Lauf-T-Shirt und einem Shaker, weil sie Pfarrer Welsch nicht mehr mit Mixgetränken verwöhnen kann.

Quelle: op-online.de

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