Karibik-Klänge ließen Schnee schmelzen

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Rote Jacken und goldene Instrumente passten optisch perfekt in das weihnachtliche Ambiente des seit zwei Monaten ausverkauften Konzerts.

Ober-Roden ‐ Wenn das letzte „O du fröhliche“ unter beifälligem Gesang der Gäste in der restlos ausverkauften Kulturhalle verklungen ist, beginnt sich bei Musikern wie bei Zuhörern die Feststimmung breit zu machen. Das große Weihnachtskonzert des Musikvereins Viktoria 08 war das Konzertereignis in Ober-Roden - trotz Schnee und Eis. Von Christine Ziesecke

Das Konzert, das alle Musikerinnen und Musiker gleichermaßen in den Mittelpunkt stellte und dennoch von den vielen Solisten im Orchester lebte, gewann seine Spannung nicht zuletzt aus seinen unterschiedlichen Teilen: Im ersten Teil „große Musik“, symphonische Klangwelten, anspruchsvolle Sätze aus „Tannhäuser“, „Freischütz“ oder der „Nibelungen Saga“ etwa, alles rund ums Thema Sagen und Märchen. Viele Zuhörer staunten, was Dirigent Dieter Weis aus diesem im Schnitt doch sehr jungen Orchester herauslockte, wie die ganze Halle prall gefüllt von kraftvoller musikalischer Dichtung war und es zugleich doch so leise sein konnte, dass man jedes Flüstern hörte.

Ganz anders der zweite Teil: Da brachte Dieter Weis sein Orchester und sich selbst richtig in Schwung: Melodien aus Mittel- und Südamerika als bewusster Kontrapunkt, heiße Copacabana, die im eiskalten Rödermark fast den Schnee zum Tauen brachte. Ohrwürmer der lateinamerikanischen Unterhaltungsmusik, die sofort in die Beine der Zuhörer gingen - ganz besonders beim souveränen Dirigenten, den zu betrachten alleine schon Spaß bereitete.

Spätestens beim melancholisch kraftvollen Höhepunkt „Evita“ war auch das Orchester in Höchstform; die sich anschließenden schwungvollen Weihnachtslieder-Potpourris waren fast schon Entspannung fürs Publikum, auch wenn's beim José Felicianos Latin Christmas Rock „Feliz Navidad“ rhythmisch gleich weiter zur Sache ging, äußerst schwungvoll und doch stets präzise.

Im großen Schlussakt, bei dem die Zuhörer sich bei bekannten Weihnachtsliedern mit einbringen konnten, wurde es dann doch noch besinnlich-festlich, wobei das Arrangement weit über die üblichen Festtagsklassiker hinausging.

Moderator Norbert Rink, der gewohnt souverän und strahlend durch das Konzert führte, brachte es charmant überspitzt noch auf den Punkt: „Wenn ich mich umschaue, staune ich: die Mannschaft wird immer jünger, die Leistung wird immer besser, ich weiß gar nicht, wo das hinführt!“ Zunächst doch wohl zum nächsten Konzert, für das es rechtzeitig gilt Karten zu reservieren - schließlich war das Weihnachtskonzert schon seit zwei Monaten ausverkauft.

Doch erst wird's fröhlich: Am 6. Februar um 19.11 Uhr feiert die Viktoria 08 ihren Kappenabend im Germania-Clubhaus.

Quelle: op-online.de

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