Kartenfälscher schuld am Chaos?

Ober-Roden (lö) - Haben gefälschte Eintrittskarten das Chaos beim „Towabo“-Maskenball verursacht? Germania-Präsident Norbert Rink jedenfalls geht davon aus.

Der Verein habe vor der Veranstaltung einen nicht näher präzisierten Hinweis auf nachgedruckte Karten erhalten und den sowohl an die eigenen Helfer am Eingang als auch an den Sicherheitsdienst weiter gegeben. Die hätten aber bei den Kontrollen keine Fälschungen entdeckt.

Am Samstagabend musste die Polizei mit einem Großaufgebot die Kulturhalle abriegeln, weil sie eine Panik befürchtete. Eine Fülle von Menschen hätte gegen 22.40 Uhr in den Saal gedrängt, obwohl der „restlos voll“ gewesen sei. Etliche Besucher mit Karten mussten wieder abziehen. Frustrierte und Betrunkene gerieten im Lauf der Nacht immer wieder mit der Polizei aneinander, vier junge Leute wurden im Polizeigewahrsam ausgenüchtert.

Die Beamten ermitteln nun, woher die überzähligen Karten kommen. Ob es sich dabei tatsächlich um Fälschungen handelt, konnte Polizeisprecher Henry Faltin gestern noch nicht sagen.

1800 Karten gedruckt und verkauft

„Wir haben 1 800 Karten drucken lassen und verkauft“, versicherte Rink. In der Halle habe man nichts vom Gedränge vorm Eingang bemerkt, drinnen sei sogar noch Platz gewesen. Ursache des Polizeieinsatzes seien Alkoholexzesse und Schlägereien draußen gewesen.

Besucher sehen das anders. „Bei unserer Ankunft wirkte alles noch friedlich. Es lag lediglich diverser Müll vor der Kulturhalle“, schilderten Natascha Grier und Dominic Wolf aus Weiskirchen, die im Vorverkauf zwölf Euro für eine Karte gezahlt hatten und vor verschlossener Tür standen.

„Erst die Tatsache, dass der Sicherheitsdienst - anscheinend auf Anweisung des Veranstalters - kurz nach unserem Eintreffen um 22.30 Uhr die Türen verriegelte, führte dann tatsächlich zu den angespannten Verhältnissen vor und innerhalb der Halle“, kritisierten die beiden Rodgauer. Selbst Besucher, die nur kurz das Gebäude verlassen hatten, mussten ohne Jacke in Kälte und Regen bis kurz vor Mitternacht im Freien ausharren.

Besucher empfanden Eingreifen der Polizei als nötig

Natascha Grier und Dominic Wolf hatten den Eindruck, dass entgegen der Darstellung des Veranstalters das Eingreifen der Polizei nötig war, weil unzureichendes Sicherheitspersonal und falsche Organisation und Planung zu den desolaten Zuständen geführt hatten. Die Kapazitäten der Halle seien über Stunden mehr als ausgelastet gewesen. Das hätten auch anwesende Freunde und Bekannte bestätigt.

Ausgesperrten Besuchern mit gültiger Karte will der FC Germania den Eintritt zurückerstatten. Sie müssen am Freitag, 24. Februar, von 16 bis 18 Uhr im Vereinsheim vorbeikommen und das Ticket vorlegen.

Das Tohuwabohu beim „Towabo“ hat auf jeden Fall Konsequenzen fürs nächste Jahr. Laut Norbert Rink wird der Maskenball zum Rummel ausschließlich für Volljährige. Dann nämlich könne sich der Verein die aufwändigen Kontrollen am Eingang sparen, die schuld am Gedränge und letztlich an der aufgeheizten Atmosphäre gewesen seien.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Arno Bachert/pixelio.de

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