Bludsdrobbe und Hochzeitskraut

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„In den Rennwiesen“ statt wie meistens rund um die Römerstraße sammelten die KFD-Frauen wie hier Katharina Eichler die Kräuter für die „Werzweih“.

Urberach - Eigentlich ist es der 15. August, „Mariä Himmelfahrt“ am kommenden Mittwoch, an dem traditionell Kräuter und Gewürze geweiht werden. In der Kirche St. Gallus gab"s die „Werzweih“ aber schon am gestrigen Sonntag.

Zwei Tage zuvor hatte Kilian von der Katholischen Frauengemeinschaft der Gallusgemeinde zum alljährlichen Kräutersammeln vor Mariä Himmelfahrt eingeladen. In warmen, trockenen Wiesen brauchte es nicht einmal Gummistiefel, um erstmalig hinter dem Neubaugebiet „In den Rennwiesen“ die nötigen Zutaten zu sammeln. Spitzwegerich, Spargelkraut und Beifuß, gelbe Königskerzen, „Mäde süß“ und echtes Johanniskraut werden auch dieses Jahr wieder Farbe in die Gebinde bringen. Dazu auch die Gele Raafone (für Nicht-Orwischer: der gelbe Rainfarn). Über 70 Sträuße sind die Norm bei den Kräuterfrauen, die selbst noch Vieles aus ihren heimischen Gärten beisteuern wie etwa Salbei oder Lavendel, Rosmarin oder Thymian. Möglichst sechs Sorten Blumen und sechs Sorten Kräuter sollten es sein, das eine fürs Auge, das andere für die Gesundheit, erinnert Ingrid Killian ihr Team. Sie ist ausgewiesene Spezialistin in Sachen Kräuterbestimmung.

Vor dem Altar, direkt neben dem Hl. Gallus, werden die Kräutersträuße gesegnet, ehe sie anschließend von den Frauen des KFD gegen eine Spende abgegeben werden.

Am Nachmittag wurden die duftenden und leuchtenden Gebinde im Pfarrgarten zu bunten Sträußen verarbeitet. Nach dem Familiengottesdienst am Sonntag wurden sie gegen eine Spende abgegeben und gingen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Auch wenn sie heutzutage kaum mehr in den Pferde- oder Kuhställen zur Abwehr von Krankheiten aufgehängt werden, wo sie dann, wenn ein Tier erkrankte, zerrieben ins Futter gemengt wurden. Meist stehen die bunten Kunstwerke als Schmuck in den Wohnungen, bis sie allzu verstaubt sind. Die Verbindung zum Hochfest Mariä Himmelfahrt kam wohl nur daher zustande, weil Mitte August eben die meisten Blumen und Kräuter blühen.

Wer diesen Termin in St. Gallus versäumt hat: am Mittwoch Abend, am Festtag Mariä Himmelfahrt, um 19 Uhr ist in der Kirche St. Nazarius noch die Möglichkeit, selbst mitgebrachte Sträuße weihen zu lassen.

chz

Quelle: op-online.de

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