Corona-gerechtes Training beim Tischtennisclub DJK dauerte nur ein paar Tage

Rödermark: Sportler im Corona-Chaos

Nur ein paar Tage konnten die Tischtennisspieler der DJK Ober-Roden trainieren, dann war schon wieder Schluss.
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Rödermark: Nur ein paar Tage konnten die Tischtennisspieler der DJK Ober-Roden trainieren, dann war schon wieder Schluss.

Die Erleichterungen beim Tischtennisclub DJK Ober-Roden waren leider kurz. Eine Woche lang flogen in der Sporthalle hinter der Kulturhalle Rödermark nach langer Corona-Pause die kleinen gelben Bälle. Da hatte der Verein gedacht, das Gröbste hinter sich zu haben.

Rödermark - Für den Tischtennisclub DJK Ober-Roden war schon ein paar Tage nach dem Neustart wieder Schluss. Denn da verschickte die Stadt einen Bescheid. Die Sporthalle im Gleisdreieck wird wie alle anderen städtischen Sporthallen umgehend wieder geschlossen. Landrat Oliver Quilling versicherte allerdings in einem Brief, dass sie nach zügiger Prüfung, „sobald es die Zahlen erlauben“ wieder geöffnet werden.

Für den DJK-Vorsitzenden Arno Mieth machte die Öffnungswoche trotz allem Frust Sinn. Sie war ein guter Probelauf, wie Sport klappen kann, wenn man wieder darf. Die DJK hatte nach langen und zähen Gesprächen, die nicht einmal an der staatlichen Absage des Tischtennissports lagen, sondern vielmehr an der Schließung der Sporthalle (Die Offenbach- Post berichtete im Januar.) ihr Training wieder aufgenommen. Das „Gesetz für kontaktlosen Sport“, unter den Tischtennis eingeordnet wird, würde das erlauben. Mieth verwies auf Beispiele aus Dreieichenhain oder Bergen-Enkheim. Der DJK-Vorstand sah darin den Lohn für umfangreiche Telefonate, viele Briefe, E-Mail-Verkehr mit Bürgermeister, Landrat, Kreissportamt und Ordnungsamt, um die Freigabe der Halle zu ermöglichen.

Arno Mieth und sein Team und hatten die Nutzungsbedingungen auf großen Plakaten ausgedruckt und an die Pinnwand gehängt: Drei- und Zweischichtbetrieb zur Entzerrung des Sportleraufkommens und nur wenige Platten in Benutzung. Die Seiten wurden nicht mehr gewechselt, ebenso wenig die Partner oder die Bälle. Und über allem schwebte ein dreiseitiges Hygienekonzept in seiner mittlerweile vierten Auflage aufgrund sich verändernder Vorgaben. Jede Menge Regeln führten zu Maskenpflicht bis zur Platte und beim Verlassen; getrennte Ein- und Ausgänge, „keine Rudelbildung in der Halle“ und persönliche Bälle jedes Spielers. Der ständige Einsatz von Desinfektionsmitteln hatte spürbare Folgen: „Unsere Platten waren noch nie so sauber wie jetzt gerade“, freute sich Arno Mieth während der wenigen Tage der Hoffnung.

Geplant war und ist, montags, mittwochs und freitags in altersgetrennten Kleingruppen zu trainieren. Das bedeutet – wenn die nächste Öffnung kommt – vor allem für das Trainerteam eine große zusätzliche Belastung, sowohl für die A-Lizenztrainer Mario Bauer und Alexander Schwarzbach wie auch für deren Assistenztrainer Peter Albrecht, Tim Follmann, Richard Möhling und Sebastian Pelz.

Vor allem Mario Bauer weiß, wofür er den ganzen Hygiene-Aufwand betreibt. Denn im Oktober hatte er eine leichte Form von Corona durchgemacht, die durch einen Schnelltest erkannt worden war und mit Antibiotika erfolgreich behandelt wurde. Der Lehrer und Referent für Sport und Rehamaßnahmen hatte inständig gehofft, dass nun durchgehend weitergespielt werden kann: „Es ist unverantwortlich, dass man die Spieler so lange wegschließt! Schließlich beschleunigt der Sport den Stoffwechsel, und der stärkt das Immunsystem!“ Besser als zuhause fünf Minuten auf dem Laufband ist es für alle Menschen, in der Natur spazieren zu gehen, „dabei kann man alles verstoffwechseln!“

Solche tief greifenden Gedanken machten sich die Jugendlichen, die an der Platte stehen, zwar nicht, aber die Zwillinge Yuri und Lars Rümpker (14) sowie Reinhard und Gernot Wingenfeld (9 und 12 Jahre) waren sehr zufrieden. Sie warten jedoch wieder darauf, professionell angeleitet zu werden, „schließlich verlernen vor allem die Jüngeren in einer so langen Pause so einiges“, weiß Mario Bauer.

„Eigenverantwortung wird bei uns groß geschrieben. Wir achten aufeinander“, fassen Arno Mieth ebenso wie Sportwart Peter Albrecht und Jugendwart Patrick Mieth die Sorge und die vielen ungewohnten Begleitumstände zusammen. Nun bleibt ihnen schon wieder nichts anderes übrig als weiter zu warten – bis zur nächsten Hallenöffnung, wenn die Corona-Zahlen dies ermöglichen. (Christine Ziesecke)

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