SPD-Pläne für (Sozial-)Wohnungen auf Kita-Grundstück oder in Marienstraße stoßen auf Widerstand

Kaum Chancen auf Baugebiete

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Verriegelte Tore und der Hinweis auf eine Videoüberwachung halten Neugierige vom Gelände des Kindergartens Lessingstraße fern. Bevor das Grundstück vermarktet und bebaut werden kann, muss die Stadt den planerischen Rahmen schaffen.

Rödermark - Wohnungen, besonders welche für Rödermärker mit dünnem Geldbeutel, sind knapp. Dieser Fakt ist quer durch alle Fraktionen Konsens. Wie und wo gebaut werden soll, ist dagegen umstritten. Die Pläne der SPD gehen am weitesten, stoßen jedoch auf den Widerstand der CDU/AL-Koalition und teilweise auch der FDP.

Anfang des Jahres hat die Stadt den maroden Kindergarten in der Urberacher Lessingstraße aufgegeben. Auch die Kita Motzenbruch wird nicht mehr gebraucht, wenn auf dem ehemaligen Ober-Röder Festplatz ein neues Familienzentrum entsteht. Mit diesen Argumenten wirbt die SPD für Sozialwohnungen auf einem der Kita-Grundstücke. Sie könnten dort zügig gebaut werden, weil die Flächen prinzipiell erschlossen sind. Lediglich das Planungsrecht fehlt, daher will die SPD innerhalb eines Jahres Bebauungspläne aufstellen oder ändern. Darüberhinaus fordert ihr Stadtverordneter Norbert Schultheis einen verbindlichen Investitionsvermerk im Haushalt. „Die SPD traut dem Magistrat in Sachen sozialer Wohnungsbau nicht mehr“, kritisiert Schultheis. Selbst einstimmige Beschlüsse des Parlaments würden nicht umgesetzt. Als Beispiel nannte er einen SPD-Antrag vom Juni 2015: Alle Parteien hatten den Magistrat damals zu Verhandlungen mit regionalen Baugesellschaften aufgefordert.

Die vier übrigen Parteien lehnen aber weitere Sozialwohnungen im Urberacher Seewald ab. „Wenn es ein dafür ungeeignetes Areal in der Stadt gibt, ist es die Lessingstraße“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Gensert. In den umliegenden Straßen gebe es noch etliche Wohnblocks, die aufgewertet werden müssen. Auch auf dem Gelände der in die Jahre gekommenen Kita Motzenbruch wird’s wohl keine Wohnungen geben. Erster Stadtrat Jörg Rotter will das Gebäude als Reserve für die U3-Betreuung erhalten.

Ein großes Baugebiet würde die SPD gern westlich der Marienstraße in Ober-Roden ausweisen. Auf zehn Hektar wollen die Genossen dem prognostizierten Bevölkerungswachstum im Kreis Rechnung tragen und den weiteren Anstieg der Mieten bremsen. Nach Ansicht von Norbert Schultheis könnte dies das erste Projekt des von allen politischen Kräften befürworteten Rödermarkplans werden: Bündelung von Bauland an einer Stelle statt Mini-Baugebiete quer durch die Stadt.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

FDP-Fraktionsvize Dr. Rüdiger Werner erinnert an den massiven Widerstand aus dem Westen von Ober-Roden, als der damalige Erste Stadtrat Alexander Sturm und die CDU ein Gewerbegebiet zwischen Ortsrand, Albert-Einstein-Straße und Rödermarkring vorschlugen. CDU-Mann Gensert spricht gar von einem „verminten Gelände“. Gensert ist zudem der Meinung, dass sich Rödermark bei der Stadtplanung nicht verzetteln darf. Die Stadt solle sich lieber auf zwei oder drei Projekte wie zum Beispiel das Dreieck zwischen Rödermarkring, Frankfurter und Kapellenstraße konzentrieren, statt sechs oder sieben Bauleitverfahren gleichzeitig zu beackern. (lö)

Quelle: op-online.de

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