Keine Atempause für den Nachwuchs

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Die Fässer sind vorschriftsgemäß entsorgt, es kann weiter gehen – die erste Übung des Berufsfeuerwehrwochenendes, an der Ecke Rilkestraße-Oberwiesenweg, forderte alle 32 Jung-Feuerwehrleute.

Ober-Roden - Mit einer großen Abschlussübung rund um die Kita St. Nazarius in Ober-Rodens Ortskern endete das Berufsfeuerwehrwochenende der Jugendabteilung der Ober-Röder Wehr. Von Christine Ziesecke

Zum dritten Mal bereiten ältere Jugendwehr-Mitglieder eine zweitägige Übung als Abschluss der praktischen Ausbildung vor, ehe es in die theoretische Winterausbildung geht.

Deutlich soll den jungen Mitgliedern dabei vor allem werden, wie ein „normaler“ Alltag bei der Berufsfeuerwehr aussieht: ständige Bereitschaft, unerwartete Einsätze, grundverschiedene Aufgabenbereiche, äußere und innere Präsenz rund um die Uhr.

22 Jungen und Mädchen trafen sich im Feuerwehrhaus, wo sie sich auch ein Nachtlager aufbauten und bis zum Samstag Nachmittag neben Arbeit auch Spiel und Spaß erlebten.

Schon der Freitagabend ließ niemanden zur Ruhe kommen. Zunächst waren alle Teilnehmer bei einem vorbereiteten Unfall an der Rilkestraße gefragt. Das Fahrzeug hatte Gefahrgut geladen, Kraftstoff war ausgelaufen, die Umgebung hatte Feuer gefangen – ein Fall für Schutzkleidung, Atemgeräte, viel Wasser und eine Dekontaminierung der Umgebung wie auch der Floriansjünger.

Kaum wieder in der Wache, wurde eine Gruppe zu einem Einsatz bei der Firma Gundlach im Industriegebiet gerufen. Brennender Unrat vor dem Haus hatte die Brandmeldeanlage ausgelöst, die Gefahr war rasch gebannt.

Beim Berufsfeuerwehrtag lernten die Jüngsten, wie man Menschenleben rettet.

Fast gleichzeitig schickte ein weiterer Alarm die Jungen und Mädchen aufs freie Feld am Waldrand vor dem Schützenhaus Diana. Vier Kinder wurden auf dem Gelände vermisst. Im Stockdunkeln durchkämmten die Jugendlichen in einer Reihe das feuchte und tiefe Gelände - erst nach einiger Zeit von einem Scheinwerfer unterstützt. Dieser Programmpunkt war eigentlich für den Schillerwald geplant gewesen – bis bekannt wurde, dass es dort derzeit viele Wildschweine gibt. Schlaf gab’s wenig – „um halb Vier haben die Übungsleiter mit ‚Jetzt reicht’s!’ der geselligen Nacht im Feuerwehrhaus ein Ende gesetzt“, schmunzelte Jugendwart Carsten Gerhold. Schließlich ging’s um sieben Uhr schon weiter. Der Verkehrsunfall an der Plattenhecke stellte sich beim Eintreffen als Fehlalarm heraus, dafür gab’s bei Gundlach noch Aufräumarbeiten. Zudem wurde eine Übung in der Wache durchgeführt und gut gefrühstückt.

Zur Abschlussübung waren noch einmal alle im Schnitt etwa zwölf Jahre alten Jugendlichen gefragt: Feuer in der Kita St. Nazarius. Etwas beunruhigt schauten mehrere Kindergarten-Kinder vom Straßenrand aus zu, als es aus ihrer Kita rauchte und qualmte – einige hatten sich sogar, wenn auch meist nur mit Mama oder Papa, als „vermisste Personen“ bereit erklärt.

Schon die enge Pfarrgasse zwang bei sieben Einsatzfahrzeugen und vielen Teilnehmern zu ungewohntem Handeln, bis wirklich die Räume gesichert, die Vermissten gefunden und die Schläuche an den rasch installierten Hydranten angeschlossen waren.

Zum Übungsende gab’s noch Manöverkritik: „Wir Einsatzleute brauchen da gar nicht viel zu sagen – die Jugendlichen wissen selbst genau, was besser zu machen gewesen wäre, jeder achtet auf den Anderen, und sie sind sehr selbstkritisch. Außerdem ist die Übung sehr gut gelaufen“, freute sich Carsten Gerhold. Derzeit besteht die Jugendabteilung – nachdem gerade fünf Teilnehmer in die Einsatzabteilung wechselten – aus 35 Leuten.

Dank guter Kontakte zur Bevölkerung gibt es auch bei solchen Großereignissen wie dem Berufsfeuerwehrtag keine Probleme, genügend Einsatzstellen zu finden. „Darum haben sich aber auch die Jugendlichen im Orga-Team gekümmert.“ Vor allem die Jugendsprecher Markus Koltermann und Hendrik Hildebrandt hatten großen Anteil an der Vorbereitung, unterstützt von Pascal Jäger und Pierre Beckmann.

Quelle: op-online.de

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