Diskussionen im Anschluss

Lockere Sprüche bei der Kerb in Ober-Roden

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Allerbeste Kerbtradition: der Spielmannszug der TG begleitet den von Mechthild Zöller mit dem Traktor gezogenen Festwagen der Kerbborsche samt Kerbvadder.

Ober-Roden - „Die Owerairer Kerb woar do“, mitten im Ortskern, zwischen Kirche und Marktbrunnen – und wie immer gibt’s danach Diskussionen.

Viele Kerbbesucher genossen die heimelige Enge zwischen den Buden, andere vermissten noch mehr Trubel gerade im Herzen am Brunnen vor der Bühne. Erstmals ging’s mit einem herzerfrischenden Mundartabend im Dinjerhof los, der ebenso gut besucht war wie die traditionellen Programmpunkte - das Pflanzen der Quetschebäume etwa, diesmal zu Ehren von Anna Rotter sowie Linus und Maya Wehner. Gut bevölkert war auch die Straße beim Kerbspruch, in dem der ehemalige Kerbborsch Thomas Wolf wunderbar lebendig und sprachlich wie mimisch astrein die Geschehnisse im Ort aufs Korn nahm.

Gemeinsam mit Daniel Fenner, Norbert Hitzel und Norbert Köhler hatte er eine Rede ersonnen, die mit liebevollem Augenzwinkern vom Dschungelcamp des neuen Feuerwehrchefs Herbert Wehner, vom erfolglosen Nachwuchsankurbeln am Braaret Bernsche, vom Rotkreuz-Laden und natürlich von „Rolands Fehltritt“ erzählte. Über die Schwierigkeiten beim Aufstellen des Orwischer Kerbbaumes hätten sie wohl besser nicht gefrozzelt, hatten die Ober-Röder Kerbburschen doch selbst große Müh’ mit dem ihren. Wie gut, dass es danach vom Bürgermeister astrein angestochenes Freibier gab, das alles vergessen ließ.

Die Bilder der Kerb 2013

Kerb in Ober-Roden 2013

Ruhiger als erhofft war’s leider wieder auf dem Marktplatz außerhalb der offiziellen Auftritte, auch wenn der Bauwagen der 82er/83er Kerbborsche dorthin einlud. Die TG, die sich jetzt des Platzes vermehrt annimmt, sollte vielleicht noch auf ein prickelnderes Bühnenprogramm achten, wenn auch nicht gerade auf Kosten Anderer wie bei dem im letzten Moment dorthin umgebuchten Puppentheater. Das wurde nämlich kurzfristig vom Dinjerhof auf die Bühne umgelagert – nur fehlte es wohl an der eindeutigen Absprache darüber. Hierzu gibt’s noch einiges im Kerbgremium zu klären.

Kerbvadder Thomas Wolf wusste beim Kerbspruch mit liebevollem Augenzwinkern und allerbester Rhetorik den Spiegel vorzuhalten.

Ansonsten waren der Dinjerhof und der davor stationierte Bauwagen des Après Ski-Komitees aber gut besucht und wie immer Treff- und Anziehungspunkt. So gingen auch die meisten der Buttons zugunsten der Indien-Aktion von „Hand in Hand“ gut weg. Ähnlich zufrieden wie 2012 waren auch die Schausteller auf der Kerb, wie ihr „Chef“ Peter Stein bestätigt. Mehr Einsatz wäre von den Ober-Röder Vereinen zu wünschen: nur drei mit TG, Germania und der Kerbverein sind eine dünne Grundlage. Doch die ausgebliebenen Vereine wie etwa TS Ober-Roden, Lehrsche Chöre oder vielleicht die Feuerwehr, die sich alle mit fehlendem Helferstab für mehrere Tage aus- oder nicht eingeklinkt haben, wurden durch private Kerbbeschicker wie etwa die neuen Pächter von „Suza’s Kneipche“ ersetzt. „Für uns ist es letztlich egal, weil auch sie ihren Tagesbeitrag von 50 oder 100 Euro in den Kerbfond zahlen und Gäste mitbringen“, argumentiert Karlheinz Weber vom Kerbgremium, in dem alle Marktbeschicker zusammen planen. Von diesen Geldern werden Toilettenfrauen und Sicherheitsdienste finanziert.

Die Bilder der Kerb 2012

Kerb in Ober-Roden

Fünf Securitys für den Abend und drei für die Nachtwache bei den Zelten haben leider nicht geschafft, dass es ganz reibungslos ablief. So wurden Planen beim Kinderkarussell zerschnitten. Einige Raufereien entzündeten sich zu später Stunde, auch mal mit Securitys, doch die zuständigen Polizeidienststellen sahen es locker: „Es gab keine besonderen Vorkommnisse außer denen, die bei einer Kerb und dem dortigen Alkoholkonsum üblich sind“, bescheinigte die Pressestelle.

Auf eine weitere Rückkehr zur Tradition hofft der Kerbverein. Er wünschte sich für die nächste Kerb eine Neuauflage des einstigen „Kerbtheaters“ wie anno 1993: „Da hat damals die Patricia Lips schon mitgemacht – warum sollten wir das nicht wieder hinkriegen?“ schmunzelt Patrick Wolf.

chz

Quelle: op-online.de

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