Ach, was war die Kerb so schön...

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Im Knapp’schen Hof wurden am Kerbsonntag wieder körbeweise frische Äpfel zerkleinert und zu frischem Most gepresst. Der machte so richtig Appetit auf den Herbst.

Urberach (chz) - Kurz und schön laut war der Kerbumzug, der sich am Sonntagmittag durch Urberchs Ortskern schlängelte.

Der KSV mit seinen Majoretten und mit „Spirit of Music“ lief ebenso mit wie der Rejoice-Chor mit seinem Nachwuchs; aus Ober-Roden waren Musikzug und Garde der TG mit dabei, und die Eppertshäuser Kerbburschen machten lautstark auf ihre Kirchweih aufmerksam.

Kerbvadder Mischi Weimann schlug eher leise Töne an.

Mit Freude erinnerten sich viele Zuschauer beim Pferdewagen des Heimat- und Geschichtsvereins an das Theaterstück vom Schinderhannes am Freitag zurück. Der Kerbspruch von Kerbvadder Mischi Weimann war deutlich gefrozzelt, aber verdächtig wenig streitbar – wollte er sich’s wohl mit den Ober-Röder und anderen Gästen nicht verderben: Problemchen beim Schlagen des Orwischer Kerbbaumes, ungelöste Versuche, Rödermark zu Groß-Orwisch umzubenennen, das zu große Kerbbaum-Loch bei der letzten Ober-Röder Kerb - Weimann schlug die leisen Töne an. Ein paar Seitenhiebe teilte er gegen die Urberacher St. Gallus-Gemeinde aus: So mancher Katholik wandert in Nachbargemeinden aus – Fahrtkostenzuschüsse würde das Bistum Mainz allerdings nicht gewähren.

Der Regenguss am späten Nachmittag teilte die Kerbbesucher in jene, die es einfach aussaßen, und jene, die heim eilten und später wieder kamen. Die Ska-Musik bei der Offenen Arbeit ließ die Fans auch bei Regen tanzen.

Bilder der Orwischer Kerb

Orwischer Kerb

Wer gestern Mittag über Orwischs Kerbmeile lief, traf Vereinsangehörige wie Stadtverwaltung bei ortstypischen Spezialitäten – jeder fand hier seine Lieblingsgerichte: Haspelchen, Rippchen und Kraut, frische Hackbrote mit frisch geschnippelter Zwiwwel, Currywurst, und natürlich Quetschekuche beim BSC. Auch Robert Schneider, Chef des sich erstmalig hier drehenden Riesenrades, holte sich recht zufrieden etwas zu essen und versprach, nächstes Jahr wohl wieder zu kommen.

Kommissionsmitglied Ralph Steiner freute sich über den großartigen Auftakt am Freitag und das grandiose Feuerwerk am Samstag. Seit es den Dienstag als Familientag nicht mehr gibt, ist die feierliche Einbeziehung der Öffentlichkeit und das inoffizielle Einläuten der Kerb umso wichtiger. Kerbkommissionär Dieter Hüllmandel fasste die Kerb 2011 zusammen: Die große Schwüle am Samstag tat dem Fest nicht besonders gut, aber ansonsten war’s großartig; einen Umzug sollte es vielleicht nur noch alle zwei Jahre geben, und mit dem HGV wird darüber zu sprechen sein, dass das Freitagabend-Schmankerl beibehalten wird. „Und ansonsten gilt: wir warten jetzt auf die Steigerung in Ober-Roden – wir sind da!“

Quelle: op-online.de

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