Kerbvadder Althaus wirbt um Nachwuchs

Kerbborsche von 2022 sind schon bereit

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Die F-Jugend des FC Viktoria Urberach bewarb sich beim Sternmarsch zum Dalles schon mal als Kerbborsche für2022.

Urberach (chz) - Hochzufrieden ist die Kerbkommission mit dem guten Zuspruch zur Orwischer Kerb. „Am Sonntag ist immer etwas weniger los, aber ansonsten war es richtig voll“, sagte Werner Popp.

Vor allem freute er sich über Rödermärker Firmen, die mit ihren Angestellten gestern um die Mittagszeit den Frühschoppen besuchten. KSV, Musikverein 06, Feuerwehr, BSC, Kleingärtner, Viktoria, Heimat- und Geschichtsverein oder auch die Offene Arbeit hatten keinen Grund zur Klage – dem hervorragenden Kerbwetter sei Dank.

Für weitgehende Ruhe im Zentrum hat erhöhte Polizeipräsenz gesorgt. Manche „Nachteule“ wurde in der Nacht zum Sonntag überprüft. Polizeibeamte schickten 29 Jugendliche nach Hause beziehungsweise übergaben sie an die Eltern. Ihre Anwesenheit sorgte darüber hinaus dafür, dass so mancher verbaler Streit erst gar nicht eskalieren konnte.

Bilder von der Orwischer Kerb

Orwischer Kerb

„Nur geht das halt nicht für ganz Urberach“, bedauerte Werner Popp, denn die Ordnungshüter auf der Kerbmeile verdrängen betrunkene Störenfriede in angrenzende Viertel. Ab ein Uhr nachts wurden die ohnehin verstärkten privaten Sicherheitsdienste noch von Hundeführern unterstützt. „Das bringt zusätzliche Kosten für den Kerbverein, aber keiner der Mitglieder hat gegen die erhöhten Standgebühren gemeckert. Jeder weiß: Sicherheit ist inzwischen teuer“, berichtete Dieter Hüllmandel.

Am Sonntagnachmittag kamen die Kerbbeteiligten von zwei Seiten auf den Dalles zum Kerbspruch eingelaufen – gemeinsam mit „Spirit of Music“ und dem TG-Musikzug. Mit dabei waren auch F1- und F2-Fußballer der Viktoria. Sie rechneten schon mal aus, dass sie im Jahr 2022 für die Fußballjugend zu alt sind und haben sich als Kerbburschen angemeldet.

Geist des diesjährigen Kerbspruchs

Das entsprach ganz dem Geist des diesjährigen Kerbspruchs, den Florian Althaus hielt. „Vielleicht gibt"s nächstes Jahr eine Kerb mit neuen Kerbburschen und –mädchen, und net wieder die alten, die schon anfangen zu vergammeln.“ Er spielte darauf an, dass „in den letzten fünf Jahren keine Mitglieder aus Orwischer Sportvereinen und aus großen Orwischer Familien“ mehr dabei waren.

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Die kritischen Punkte im Kerbspruch waren der namenlose Schmähbrief gegen Pfarrer Klaus Gaebler, die unvermeidlichen Seitenhiebe auf die Badehaus-Kosten, die Bürgerinformationen zum Haushalt oder die wie Pilze aus dem Boden schießenden Flachbauten für Kleinkinderbetreuung. „Aber nachher gibt"s niemand, der darin schafft“, mahnte Althaus. Zumal sich schon wieder niemand von all den Betreuungseinrichtungen für eine Kinderkerb eingesetzt hatte.

Viel Augenmaß für die eigenen Unzulänglichkeiten

Ob Gymnasium für Rödermark, Towabo oder Halli-Galli, entführte Kerbbäume und geklaute Kerbpuppen: Die Mahnungen waren deutlich, aber sehr gemäßigt und mit viel Augenmaß für die eigenen Unzulänglichkeiten.

Die Menge zog nach dem Kerbspruch zu großen Teilen ins Töpfermuseum, wo der Heimat- und Geschichtsverein eine Ausstellung rund um Schwesternhaus präsentierte. Die ist auch am Sonntag, 9. September, von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Quelle: op-online.de

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