Kieferorthopäde Dr. Detlef Thier hat im Berufsleben viele Änderungen erlebt

Imagewandel der Zahnspange

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Der Urberacher Kieferorthopäde Dr. Detlef Thier hat in seinem langen Berufsleben etliche tausend Zahnspangen angepasst und eingesetzt. Jetzt haben seine Kinder Mara und Johannes Thier die Praxis übernommen.

Urberach -   Dr. Detlef Thier hat den Wandel der Zahnspange vom Hassobjekt zum Statussymbol in unzähligen, überwiegend jungen Mündern mitverfolgt. Nach 35 Jahren übergibt der Urberacher Kieferorthopäde die Praxis seinen Kindern Mara und Johannes Thier.

Die Zahnspange - Höchststrafe für die einen, Grund zum stolzen Lächeln für die anderen: Dr. Detlef Thier hat in mehr als 35 Berufsjahren Tausende jener Apparaturen, mit denen Kiefer- und Zahnfehlstellungen korrigiert werden, angepasst, angefertigt und eingesetzt. In dieser Zeit hat sich nicht nur die Technik, sondern auch das Image der Spange geändert. Dr. Detlef Thier ist Zahnarzt für Kieferorthopädie An der Bleiche in Urberach. „Alles, was mit dem Richten der Zähne zu tun hat, ist unser Job“, beschreibt seine Arbeit, aus der er sich nach und nach zurückzieht. Die Praxis hat er an seine Tochter Mara (35) und seinen Sohn Johannes (32) übergeben. Beide haben als Schüler ein Praktikum bei ihm absolviert und sich „dann aus freien Stücken zum Studium entschlossen“, erzählt Thier schmunzelnd. Mara Thier arbeitet seit 2010 in der väterlichen Praxis, ihr Bruder kam Anfang 2017 dazu. Zuvor sammelte er sechs Jahre Berufserfahrung in Offenbach. Es sei immer gut, auch mal etwas anderes gesehen zu haben, ist er sicher, den richtigen Weg gewählt zu haben.

Dr. Detlef Thier (65) ist seit Juli immer noch tageweise in der Praxis - sehr zur Freude seiner Nachfolger. Mara Thier ist zum Beispiel „erleichtert, dass ich die Organisation los bin“. Die Bürokratie hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Johannes Thier schätzt, dass er ein Drittel seiner Arbeitszeit mit Schreibkram verbringt.

Als der Vater die Praxis eröffnete, haben die Krankenkassen noch praktisch alles rund um die Zahnspange bezahlt. Heute finanziert sie fast nur noch Basisleistungen wie Außenspangen. Die charakterisiert Dr. Thier als „Schreckgespenst“. Kein Wunder also, dass die Patienten lieber zuzahlen und sich für Spangen entscheiden, die der Träger kaum spürt und andere Leute kaum sehen. Dünne Folien, die die Zähne fast unsichtbar regulieren, sind bei Erwachsenen beliebt. Kinder und Jugendliche tragen Spangen mit farbigen Brackets oft voller Stolz. Brackets sind die „Steinchen“, die den Druck der eigentlichen Drahtkonstruktion auf die Zähne verteilen.

Kieferorthopäden unterscheiden zwischen den Krankheitsbildern Rückbiss und Vorbiss. Ziel ihrer Behandlung ist der Neutralbiss, bei dem die Zähne aus Ober- und Unterkiefer exakt aufeinanderstehen. Die Korrektur der Fehlstellungen ist weit mehr als Kosmetik. Bleiben sie unbehandelt, kann das zu Sprachstörungen, Nischen im Mund, die man nicht mehr reinigen kann, oder zum Rückgang des Zahnfleischs führen.

Die Spangen, die die Familie Thier ihren Patienten einsetzt, entstehen in Urberach. Die Praxis hat ein eigenes Labor mit Zahntechniker. Doch die wird Dr. Detlef Thier jetzt immer seltener sehen. Der So-gut-wie-Ruheständler will häufiger mit seiner Frau Gabi Golf oder Tennis spielen und im Garten werkeln. (lö)

Zahnspangen: Gebiss-Korrektur ist keine Altersfrage

Quelle: op-online.de

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