Kinder von Feuer umzingelt

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Die Freiwillige Feuerwehr Ober-Roden rückte zur Jahresabschlussübung mit zwei Löschzügen und 38 Mitgliedern an.

Ober-Roden (chz) ‐ Küchenbrand im Kinderhort an der Trinkbrunnenstraße: die Dunstabzugshaube hatte Feuer gefangen, das sich im Nu bis in den Dachstuhl durchfraß; in drei Stockwerken einschließlich des Dachstuhls stand dichter Qualm; zwölf Kinder waren in Räumen gefangen, drei Verletzte warteten auf Hilfe.

Das war das Szenario der Jahresabschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Roden, die mit zwei Löschzügen und 38 Mitgliedern anrückte. Dazu kamen die Jugendabteilung, welche die Rollen der eingeschlossenen Kinder spielte. Mit neun Mitarbeitern und vier Wagen war auch die Johanniter Unfallhilfe vor Ort, die rasch ein Verbandszelt aufgebaut hatte und weitgehend zur Betreuung der Geretteten eingesetzt wurde.

Die Freiwillige Feuerwehr Ober-Roden rückte zur Jahresabschlussübung mit zwei Löschzügen und 38 Mitgliedern an.

Schwerpunkt der Übung, die durch die Gruppe III ausgearbeitet und von Einsatzleiter Frank Schneider betreut wurde, war ein Löscheinsatz unter sehr beengten Verhältnissen in der Trinkbrunnenstraße und vor dem Rathausplatz. Zwei Überdruck-Belüfter dienten dazu, die Fluchtwege in beiden Treppenhäusern rauchfrei zu bekommen; drei so genannte C-Rohre und ein Wenderohr wässerten den Dachstuhl des Horts und auch die angrenzende Stadtbücherei, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Hauptaugenmerk auf systematischem Absuchen des Gebäudes

Ein Kind, gespielt vom Mitglied der Jugendfeuerwehr Merlin Rebel (15), wurde mit Ausziehleitern vom Balkon gerettet. Hauptaugenmerk wurde auf das systematische Absuchen des Gebäudes gelegt, wozu wie bei echten Einsätzen die Türen markiert wurden, um prüfen zu können, ob wirklich alle Räume durchsucht wurden.

Ein unter einem Vorbau besonders gut versteckter Dummy wurde rasch gefunden. Sechs Trupps mit je zwei Wehrleuten unter Atemschutz versuchten, das Gebäude schnellstmöglichst zu durchsuchen, Stockwerk für Stockwerk, Raum für Raum. Mit dem Atemschutzüberwachungsgerät wurden die Zeiten gestoppt - es schlägt bei jedem Träger Alarm, der sich nach 30 Minuten noch nicht zurückgemeldet hat.

Auch Teleskopmast kam in der engen Gasse zum Einsatz

30 Kilogramm etwa wiegt die Atemschutz-Ausrüstung einschließlich Rettungsaxt, Handlampe, Fluchthaube, Funkgerät und dem Spezialanzug. Auch der Teleskopmast, das Hubrettungsfahrzeug, kam in der engen Gasse präzise rangiert zum Einsatz. „Das Gebäude ist zum Anfahren mit dem Mast sehr anspruchsvoll, deshalb wurde am Schluss noch geübt, was in den Abläufen optimiert werden könnte“, erläuterte Übungsbeobachter Jens von der Brelie, der sich mit dem Ablauf sehr zufrieden zeigte.

Nach rund 45 Minuten war die Übung beendet und die Aufräumarbeiten brachten das Haus wieder in den Zustand, in dem es vorgefunden worden war. Dann ging‘s für alle Beteiligten in die Wache zur Ausarbeitung: waren alle Räume durchsucht, alles Versteckte gefunden und die Abläufe optimiert worden? Mit einer kurzen Nachbesprechung endete die gelungene Übung und bildete eine gute Grundlage, um würdig den 110. Geburtstag des Feuerwehrvereins zu begehen mit einem geselligen Abend, den Vereinsvorstand Herbert Weber vorbereitet hatte.

Quelle: op-online.de

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