Kinder sind stolz auf eigene Zeitschrift

+
Die Redaktionsarbeit im Kinderhort schulte ganz nebenbei Team- und Konfliktfähigkeit, Fantasie und logisches Denken.

Urberach - (bp) Aktuelles, Lustiges, Wissenswertes, viele Illustrationen… Was gehört alles in eine Zeitschrift? Dieser Frage gingen zehn Kinder im Hort in der Pestalozzistraße unter Anleitung der Erzieherinnen Janina Kirchmeyer und Sheila Kaiser auf den Grund.

Das Zeitschriftenprojekt hatte Berufspraktikantin Janina Kirchmeyer während ihres Anerkennungsjahres angeboten, um sowohl die Medien- als auch soziale Kompetenzen der Grundschulkinder zu fördern, die im hessischen Bildungs- und Erziehungsplan als Lernziele festgeschrieben sind.

In Kleinauflage ist nun mit „HOPE“ das Ergebnis der Arbeit erschienen. Die Abkürzung steht für „Hort Pestalozzistraße“. Das größtenteils farbige Heft hat den stolzen Umfang von 52 Seiten. Nach einem Vorwort der Erzieherin, in dem sie die pädagogischen Hintergründe des Projekts erklärt, widmet sich das individuelle und informative, hübsche Heft auf 12 Seiten der Rubrik „Wissen“, auf 11 Seiten findet man Berichte über den Hort und 24 Seiten gehören der „Unterhaltung“.

Nachdem in kurzer Zeit genügend Teilnehmerinnen für das Projekt gefunden waren, überlegte die Erzieherin zu Beginn zunächst mit den Kindern, was für eine Zeitschrift man machen wolle. Hierfür informierten sich die jungen Redakteure über andere Zeitschriften und entschieden, welche Rubriken ihre eigene beinhalten soll. Beim gemeinsamen Brainstorming (gemeinsame Ideenfindung) wurden Mindmaps (Gedächtnisstützen) erstellt und Ideen gesammelt, aus denen die einzelnen Rubriken hervorgingen. Dann bildeten die Kinder aus den Klassen 1 bis 4 der Schule an den Linden einzelne Redaktionsteams.

Nun ging die eigentliche Recherche los. In den Rubriken „Wissen und Hort“ trugen „Redakteurin“ Hannah Maria Reiß mit ihren „Journalistinnen“ Annika und Meike Wenz sowie Larissa Waßmann die Informationen zusammen. Für das Ressort „Unterhaltung“ zeichnen im Impressum als Redakteurinnen Elena Huckride, Stefanie Leppin, Ellen Pühl und Natalie Schmutzler sowie die beiden „Journalisten“ Noah Lehn und Niklas Schnur verantwortlich. Die Chefredaktion und Assistenz übernahmen Janina Kirchmeyer und Sheila Kaiser.

Bei der Recherche halfen das Internet, Fachbücher und die Eltern

Um sich für einzelne Artikel - wie über die Frühlingstiere - zu informieren, nutzten die Kinder in Teamarbeit unter anderem das Internet, aber auch Bücher und Fachschriften oder befragten die Eltern. Bilder wurden ausgesucht oder gemalt, Tabellen erstellt, Quellenverweise nicht vergessen. Es gibt lehrreiche Tipps und Spielvorschläge. Für den Bereich mit Berichten aus dem Hort führten die jungen Zeitungsmacher Interviews, wodurch sie auch in Kontakt mit den anderen Hortkindern kamen. Die Antworten der Befragten wurden schließlich von der Redaktion zusammengefasst. Ergänzt wird die „Hort“-Rubrik durch ein Quiz und eine Bildgeschichte.

Der umfangreiche, bunte „Unterhaltungs“-Teil ist geprägt von selbst gemalten Bildgeschichten, verschiedenen Rätseln, Fehlerbildern, Rezepten und einer aufwendigen Fotostory, deren Gestaltung den Kindern etliche Fantasie, Kreativität und logisches Denken abverlangte. Absprachen mit den Darstellern mussten getroffen, der rote Faden der Geschichte eingehalten werden.

Nach der Schlussredaktion durch Janina, die zwar in den maschinengeschriebenen Texten Rechtschreibfehler korrigierte aber nicht in den handschriftlichen, wurden die Seiten gestaltet und schließlich ging es in den Druck. Zur besseren Transparenz der pädagogischen Arbeit hat die Chefredakteurin auf einigen Seiten „Eltern-Info-Boxen“ eingefügt. Lernziele wie Team- und Kritikfähigkeit, Kreativität und Fantasie sowie Schulung von logischem und chronologischem Denken wurden erreicht. Als Belohnung überreichten die Erzieherinnen zum Abschluss des Projekts den jungen Journalisten Urkunden. Die Kinder hätten am liebsten gleich eine zweite Ausgabe produziert.

Quelle: op-online.de

Kommentare