Kindergarten unter freiem Himmel

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Ein Waldkindergarten ergänzt ab April das pädagogische Vorschulangebot in Rödermark. Am Dienstag nach Ostern soll‘s um 8 Uhr im Schillerwäldchen losgehen, die neue Gruppe hat Platz für 20 Drei- bis Sechsjährige.

Ober-Roden ‐ Ein Waldkindergarten ergänzt ab April das pädagogische Vorschulangebot in Rödermark. Am Dienstag nach Ostern soll‘s um 8 Uhr im Schillerwäldchen losgehen, die neue Gruppe hat Platz für 20 Drei- bis Sechsjährige. Von Michael Löw

Die Hütte des Ober-Röder Waldfestplatzes ist Basis und Fluchtmöglichkeit zugleich. Unters schützende Dach ziehen sich die Kinder aber nur zurück, wenn‘s Bindfäden regnet oder ein Sturm tobt, erläuterte Erzieherin Claudia Ludwig. Ansonsten gilt die alte Wandererweisheit „Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Ausrüstung“. Der Freiluft-Kindergarten trägt den Namen „Waldkobolde“ und ist formal eine eigenständige Einrichtung. Organisatorisch ist er mit der Tagesstätte Am Motzenbruch verbandelt, wo sechs Kinder auch mittags betreut werden. Für den Rest ist nämlich um 13 Uhr Schluss.

Claudia Ludwig und Veronika Bethge, eine Forstwirtin und Vogelkundlerin, haben ein naturpädagogisches Konzept entwickelt, das den Kindern die Natur, Pflanzen und Tiere aber auch natürliche Spielräume und Spielmaterialien nahe bringen soll. Dies fördere nicht allein die Phantasie, Motorik und Sinne, sondern sensibilisiere dazu, die Natur zu achten und zu erhalten.

Informationsabend zum Waldkindergarten

Die „Waldkobolde“ wollen auf gekauftes, vorgefertigtes Spielzeug verzichten. Claudia Ludwig: „Dadurch entstehen Freiräume zum Basteln und Bauen nach eigenen Ideen und Vorstellungen. Das Gestalten des Spielmaterials aus Stöcken, Steinen, Erde, Blättern, Früchten oder Samen regt den Einfallsreichtum der Kinder an, Fein- und Grobmotorik werden gefördert und das Sozialverhalten, die Empathie, die Achtung und der Respekt vor Lebewesen werden spielerisch erweitert.“ Dabei steht der Respekt vor der Natur im Vordergrund.

Ein Informationsabend zum Waldkindergarten findet am Donnerstag, 25. März, um 20 Uhr im Familienzentrum Motzenbruch statt. Dessen Leiterin Melanie Gesche nimmt ab sofort Anmeldungen entgegen: entweder per Telefon unter Tel.: 06074 922076 oder per E-Mail (Melanie.Gesche@roedermark.de).

Die Frage, die Claudia Ludwig am häufigsten zu hören kriegt, ist übrigens die nach der Lösung kleiner menschlicher Probleme. Und die ist ganz einfach: Die „Waldkobolde“ ziehen jeden Morgen mit dem Klappspaten los. Das steht sogar in der Betriebserlaubnis.

Quelle: op-online.de

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