Jörg Rotter (CDU) war lange Chef im Kolping-Zeltlager und kocht gern

Kirche und Küche

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Halstuch, Trillerpfeife und ein ledernes Dankeschön erinnern Jörg Rotter an seine Zeit als Chef im Zeltlager der Kolpingjugend Ober-Roden. Er leitete auch schon die Stadtranderholung der St. Nazarius-Gemeinde.

Ober-Roden - Jörg Rotter, der Vorsitzende des Ausschusses für Familie, Soziales und Kultur, ist ein wortgewandter Mann, der auch auf heftige politische Attacken immer etwas zu sagen weiß. Von Michael Löw

Privat dagegen fehlen ihm schon mal die Worte - zum Beispiel bei der traditionellen Walldürn-Wallfahrt der St. Nazarius-Gemeinde. „Ich hatte einen Kloß im Hals, als ich da in die volle Kirche reinging“, bekannte der 34-Jährige, dass ihn Gefühle schon mal übermannen.

Seit Sommer 2006 pilgert er per pedes zum „Heiligen Blut“, Gebete, Lieder und Gespräche über Gott und Kirche prägen diese religiöse Wanderung. Jörg Rotter sieht sie auch als Wellnesskur für die Seele: „Drei Tage pilgern können erholsamer sein als zwei Wochen Urlaub.“

Menschen im Parlament

45 Stadtverordnete, gewählt auf fünf Jahre, entscheiden über Kindergartengebühren, Bebauungspläne, den Haushalt und etliches mehr. In einer kleinen Serie stellen wir die einflussreichsten Parlamentarier vor: Stadtverordnetenpräsidium, Ausschuss- und Fraktionsvorsitzende. Im Mittelpunkt der Porträts stehen aber nicht die Politiker, sondern die Menschen. Parlamentspräsidentin Maria Becht (CDU) machte den Anfang. Heute folgt Jörg Rotter (CDU), der Vorsitzende des Sozialausschusses.

Und verschaffen ihm Abstand zur Politik, die ihn sonst jeden Tag ein paar Stunden beschäftigt: Stadtparlament, Kreistag, Junge Union, wo er einer von vier gleichberechtigten Stellvertretern des Bundesvorsitzenden Philipp Mißfelder ist. Derzeit schreibt er einen Leitantrag für den JU-Deutschlandtag im Herbst und ist einer der vier Berater des CDU-Landratskandidaten Oliver Quilling. Diese Arbeit sehe im Gegensatz zu seinen parlamentarischen Aktivitäten kein Mensch, „doch sie kostet mich viele Stunden“.
Organisationstalent und Verantwortungsbewusstsein - Eigenschaften, die jedem Politiker gut zu Gesicht stehen - lernte Rotter im Zeltlager der Ober-Röder Jungkolping. Als Teilnehmer fing er an, als Leiter einer Freizeit mit 110 Teilnehmern und gut 50 Helfern hörte er vor einigen Jahren auf. „Die Kinder, die ich in dieser Zeit erlebt habe, waren so ungeheuer vielschichtig. Ihnen Spaß zu bringen und selbst welchen zu haben, hat mich gereizt“, schildert er die Faszination Zeltlager.

Jörg Rotters Vater hatte versucht, ihn für den Schießsport zu begeistern, schließlich hatte er zig Jahre lang zusammen mit Karl Gotta und Helmut Hunkel die Fahne des SV Diana getragen. Am Ende aber sagte dem Sohn die kirchliche Jugendarbeit mehr zu.

Für ein Hobby zwackt sich Jörg Rotter so oft es geht ein Stück von seiner knappen Zeit ab: Gemeinsames Kochen mit seiner Frau Sabrina ist ein schönes Stück Zweisamkeit. Eher untypisch für ihre Generation wollen die beiden Früh-Dreißiger alten Ober-Röder Gerichten zu neuer Beliebtheit verhelfen.

Daten und Fakten

- Jörg Rotter wurde am 11. Januar 1975 geboren. Er ist verheiratet und wohnt in Ober-Roden.

- 1992 trat er in die Junge Union ein, von 1994 bis 1997 war er Vorsitzender des Stadtverbands. In den Landesvorstand wurde er 1999 gewählt. Seit November 2008 ist er stellvertretender Bundesvorsitzender.

- 1997 wurde er als jüngstes Mitglied ins Stadtparlament gewählt. Seit 2006 ist er Vorsitzender des Ausschusses für Familie, Soziales und Kultur.

Quelle: op-online.de

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