Corona lässt die Kinderkirche von St. Nazarius neue Wege finden

Kirchenmaus geht online

Während der Gottesdienste geht es bei den Kirchenmäusen nicht ohne Technik ab, um den Kleinen die Botschaft Gottes nahe zu bringen.
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Während der Gottesdienste geht es bei den Kirchenmäusen nicht ohne Technik ab, um den Kleinen die Botschaft Gottes nahe zu bringen.

Ober-Roden – Kindergottesdienst in der Pfarrgemeinde St. Nazarius 2020: Wohl niemand hätte vor einigen Jahren geglaubt, dass dann ein Video gedreht und online gestellt wird und dass Kinder und Eltern damit zuhause mitfeiern können.

Als vor rund 16 Jahren der Kindergottesdienst unter dem heutigen Namen „Kirchenmäuse“ organisiert wurde, hatte es zuvor schon eine Variante gegeben, die aber für sehr junge Kinder einfach zu anspruchsvoll war, erinnert sich Christiane Brunner, die für ihren damals dreijährigen Sohn Maximilian eine Veränderung gesucht hatte. Kindgerechter sollte es sein, das fanden auch einige Mitstreiterinnen wie etwa Lydia Drengwitz, Gaby Reisert und Gemeindereferentin Tanja Bechtloff und unterstützten Christiane Brunner. Sie entwarfen Plakate, kauften die erste der beiden heutigen Handpuppen, die „Kirchenmaus“, machten Namensschilder für alle Kinder und gestalteten fortan den ersten Teil jedes Familiengottedienstes vorn vor dem Altar, ehe sie den zweiten Teil außerhalb des Kirchenschiffes feierten.

„Das war damals nicht so einfach, da es durchaus schon regen Diskussionsbedarf gab, ob Kinder denn das Brot teilen und womöglich verkrümeln dürften und manches mehr“, erinnert sich die aktive Mutter. Ihrem Sohn tat es wohl gut: Er blieb dabei, über Schola und Ministranten ist er der Gemeinde heute noch sehr verbunden.

Zur „Kirchenmaus“ gesellte sich später die „Rodaumaus“ dazu – zwei Handpuppen, die noch heute den Kindern den Glauben erklären – so ganz im Groben jedenfalls. Normalerweise wird der Kindergottesdienst vierwöchentlich im Forum St. Nazarius gefeiert; in diesem Jahr zog er coronabedingt in die Weidenkirche um – außer es regnet Sonntag morgens.

Doch Gemeindeassistentin Katharina Kron, in den letzten Monaten durchaus schon erfahren im Live-Stream-Gottesdienstfeiern, schaffte zuletzt auch bei Regen Abhilfe. Sie konnte dabei auf vier junge Frauen bauen, allesamt selbst erfahrene Mütter: Stephanie Leitner, Eva Pick, Dr. Claudia Seitz-Nitschko und Berit Vidovic mit ihrem Akkordeon hatten bereits ein Konzept bekommen, das nun durchgesprochen und den veränderten Umständen gemäß umgeändert wurde.

Für den Videodreh konnten Martin und Tobias, Ehemann und Sohn von Berit Vidovic, gewonnen werden. Etwa vierwöchentlich treffen sich hier bis zu 30 kleine und große Besucher. Dafür geworben wird mit Plakaten in Kindergärten und auch online; die kleinen Gäste sind meist zwischen einem Jahr und dem Kommunionalter, danach ist mehr der Familiengottesdienst gefragt.

Das Thema für diesen ersten Video-Kindergottesdienst lag nahe am Allerheiligentag: Es ging um die Heiligen („Menschen, für die die Sonne scheint“) – natürlich anhand von St. Martin. Kurze Erklärung, was der Tag bedeutet: „Damit werden alle Menschen geehrt, die Gott in ihrem Herzen tragen. Könnt Ihr auch Heilige sein?“ Der Tipp: bald schon ist der Tag des Heiligen Martin, der seinen Mantel geteilt hat – auch wir können mit Teilen Gutes tun ... – und das geht wie in diesem Jahr auch ohne Umzug): „Ihr könnt Gaben mitbringen oder auch zuhause eine Kerze ins Fenster oder vors Haus stellen!“

Kurzfristig stellten Katharina Kron und ihr Team den Ablauf videobedingt um. Die Fragerunde mit den Kleinen wurde „außer Haus“ verlagert: „Was wisst ihr denn über den Heiligen Martin? Fragt doch mal schnell Mama und Papa.“ Dazu gab‘s eine Pause im Video.

Für die Gruppe war an diesem Sonntag alles neu – doch es klappte perfekt. Zu sehen ist diese Folge der „Kirchenmäuse“ aktuell auf Katharina Krons Youtube Kanal „karfreitag-mal-anders“, und es macht ausgesprochen Lust auf mehr. Und obwohl das Video es nicht erkennen lässt, begann die Aufnahme pünktlich mit dem Glockenläuten der Pfarrkirche, alles unter Corona-Bedingungen, die Türen nach draußen die ganze Zeit weit geöffnet. Wie beim nächsten Mal die Bedingungen aussehen werden, ist völlig offen: Die Kirchenmäuse halten sich jedenfalls bereit für den 13. Dezember.

Von Christine Ziesecke

Heilige und ihre Symbole standen im Mittelpunkt einer Andacht der Kirchenmäuse.

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